Berlin

Linken-Politiker Taş: Unbekannter hat mich angegriffen

Ein Unbekannter soll Hakan Taş angegriffen und am Kopf verletzt haben. Er vermutet einen türkischen Nationalisten als Täter.

Hakan Tas (Die Linke)

Hakan Tas (Die Linke)

Foto: David Heerde

Hakan Tas hatte gerade am Kreuzberger Oranienplatz zu Mittag gegessen, als es passierte: Auf dem Weg zu seinem Auto wurde der Abgeordnete der Linkspartei plötzlich von einem Unbekannten angegriffen und verletzt. "Der Mann hat mich mit der Faust am Kopf getroffen", sagte Tas der Berliner Morgenpost. Danach sei der Täter geflüchtet.

Weil Tas seine Verletzung zunächst nicht bemerkte, fuhr er zum Abgeordnetenhaus, wo er an der Sitzung des Kulturausschusses teilnehmen wollte. Dort angekommen stellte er fest, dass sein Kopf blutete. "Es hat nicht aufgehört, deshalb bin zum Arzt gefahren, um mich behandeln zu lassen. Immerhin musste die Wunde nicht genäht werden", sagte Tas, der am Montagabend immer noch betroffen wirkte.Noch im Laufe des Tages erstattete Tas Anzeige. Der Sprecher für Innen- und Integrationspolitik ist überzeugt, dass es sich bei dem Angreifer um einen türkischen Nationalisten handelte: "Er hat mich auf Türkisch beschimpft und als Vaterlandsverräter bezeichnet."

Es ist nicht das erste Mal, dass der 51-Jährige wegen seiner Arbeit angegangen wird. Der in der Türkei geborene Politiker, der mit 14 Jahren nach Deutschland zog und seit 2011 für die Linken im Abgeordnetenhaus sitzt, setzt sich für die kurdische Minderheit in seiner Heimat ein und übt heftige Kritik an Präsident Erdogan. Morddrohungen oder aufgeschlitzte Reifen waren bisher die Folge, jetzt also auch körperliche Gewalt. Drei Jahre wurde Tas' Wohnung vom Objektschutz bewacht, die Maßnahme vor einem Jahr aber eingestellt. Am heutigen Dienstag fliegt Tas in die Türkei, um in Ankara dem Prozess gegen zwei Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP beizuwohnen. Er hoffe, so Tas, dass er danach mit den Sicherheitsbehörden über mögliche Schutzmaßnahmen sprechen könne. Fest stehe aber, dass "mich solche Angriffe nicht abschrecken werden".

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