Prozess in Berlin

Achtjähriges Mädchen in Britzer Gartenlaube vergewaltigt

Der mutmaßliche Täter, ein 67 Jahre alter Rentner, steht seit Montag vor Gericht. Zum Prozessstart wird ein Geständnis angekündigt.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt

Foto: Britta Pedersen / picture alliance / ZB

Berlin. Eine Kleingartenkolonie in Britz, idyllisch im Grünen und nahe am Wasser gelegen. Für die meisten ihrer Wochenend-Bewohner ist sie so etwas wie ein Paradies, für ein achtjähriges Mädchen wurde sie zu einem wahren Ort des Schreckens. Gleich mehrfach ist das Kind zwischen April und Juni dieses Jahres sexuell missbraucht und vergewaltigt worden. Seit Montag steht der mutmaßliche Täter, ein 67-jähriger Rentner in Moabit vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und Körperverletzung vor Mindestens drei Taten glaubt die Anklagebehörde Peter H. nachweisen zu können. Und die Chancen dafür stehen günstig. Gleich zum Prozessauftakt kündigte der Verteidiger an, sein Mandant werde am nächsten Verhandlungstag aussagen und dabei die Vorwürfe im Wesentlichen einräumen.

Wie immer wenn es um Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern geht, lässt sich kaum wiedergeben, was der Vertreter der Staatsanwaltschaft bei der Verlesung der Anklageschrift am Montag an Details vortrug. Zusammengefasst hat H. das Mädchen jedes Mal in seine Laube gelockt und dort zunächst sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen sowie von der Achtjährigen an sich vornehmen lassen, bevor es zum Abschluss der jeweiligen Taten zu tatsächlichen Vergewaltigungen kam.

Der Anklage zufolge bat die Achtjährige den Rentner immer wieder flehentlich, sie in Ruhe zu lassen. Darüber hinaus versuchte das Kind ebenso verzweifelt wie nutzlos, sich zur Wehr zu setzen. Der Angeklagte ließ sich davon offenbar nicht im mindesten beeindrucken, vielmehr soll er das Mädchen stets aufs Neue gefügig gemacht haben, indem er ihm mit Schlägen drohte.

Keiner hatte „dem netten Onkel“ die Taten zugetraut

Ans Licht kamen die abscheulichen Taten am 2. Juni dieses Jahres, als die Mutter des Kindes auf der Suche nach ihrer Tochter in der gesamten Gartenkolonie schließlich zur Laube des Rentners kam. Ebenso schockiert wie fassungslos musste die junge Frau, die in dem Prozess als Vertreterin ihrer Tochter als Nebenklägerin auftritt, leibhaftig miterleben, was der Angeklagte mit dem Kind anstellte.

Schockiert war nach Bekanntwerden der Taten nahezu die gesamte Bewohnerschaft der Kleingartenkolonie. Niemand hatte bis zu diesem Zeitpunkt etwas von den Taten geahnt und kaum jemand hätte „dem netten Onkel von Nebenan“ so etwas zugetraut. Und viele können, wie die Berliner Morgenpost aus dem Umfeld von Täter und Opfer erfuhr, bis heute nicht glauben, was in ihrer Idylle passierte.

Peter H. wurde von der sofort alarmierten Polizei festgenommen, seither sitzt der 67-Jährige in Untersuchungshaft. Durch eine Aussage des Angeklagten hofft das Gericht auf Erkenntnisse, was um alles in der Welt den Mann zu derartigen Taten veranlasste. Eine umfassende Aussage, wie vom Verteidiger angekündigt, ist für H. auch die einzige Chance, in diesem Prozess etwas in die Waagschale zu werfen, was bei der Urteilsfindung irgendwie zu seinen Gunsten spricht. Insbesondere bei schweren Gewalt- und Sexualtaten an Kindern honorieren Richter es, wenn ein Angeklagter durch ein Geständnis den kleinen Opfern eine Aussage erspart, durch die sie ihre schrecklichen Erlebnisse noch einmal durchleiden müssen. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

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