Airport SXF

Flughafen Schönefeld wird für 35 Millionen Euro umgebaut

Um den Fluggästen ein Minimum an Komfort zu bieten, wird der SXF umgebaut. Passagiere sollen in einer Leichtbauhalle warten.

Drangvolle Enge bei der Abfertigung im Easyjet-Terminal B am SXF

Drangvolle Enge bei der Abfertigung im Easyjet-Terminal B am SXF

Foto: imago/Frank Sorge

Berlin/Schönefeld.  Viele Berliner und Brandenburger werden es längst vergessen haben: Der viel zitierte Konsensbeschluss von 1996 zur Flughafenentwicklung in der Hauptstadtregion sieht nicht nur vor, die Berliner Innenstadt-Airports Tempelhof und Tegel zu schließen, sondern auch den fast ausschließlich in Brandenburg gelegenen Flughafen Berlin-Schönefeld. Doch davon ist schon seit Längerem nicht mehr die Rede.

Bereits Berlins Kurzzeit-Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte erkannt, dass der neue, bis heute nicht fertiggestellte Großflughafen in Schönefeld (BER) für den stetig wachsenden Bedarf viel zu klein ausfällt. Während der BER in der Anlaufphase gerade einmal 22 Millionen, später einmal 25 Millionen Passagiere im Jahr bewältigen kann, lag das Fluggastaufkommen in Tegel und Schönefeld schon Ende 2014 bei knapp 28 Millionen.

Grafik vergrößern

Abschied vom Konzept mit nur einem Terminal am BER

Und so hatten die Flughafeneigentümer, also die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund, bereits damals beschlossen, nicht nur die vorhandene Start- und Landebahn Nord, sondern auch die Abfertigungsgebäude des alten Schönefelder Flughafens mit dem Kürzel SXF möglichst lange weiter zu nutzen. Mehdorn-Nachfolger Karsten Mühlenfeld startete im Jahr darauf ein erstes, 17 Millionen Euro teures "Ertüchtigungsprogramm".

Doch nun soll nun einmal richtig rangeklotzt werden. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup stellte dazu am Freitag im Flughafenaufsichtrat unter der Überschrift "Betriebsoptimierung SXF" ein neues Ausbaukonzept vor. Es sieht vor, die Kapazität von Schönefeld-Alt in einem ersten Schritt auf 13,5 Millionen und in einem zweiten auf mehr als 14 Millionen Passagiere zu erhöhen.

Insgesamt will es sich die Flughafengesellschaft noch einmal 35 Millionen Euro kosten lassen, den Schönefelder Terminal für die nächsten Jahre leistungsfähig zu halten und den Komfort für Reisende zu erhöhen.

Ein Großteil der Millionen wird gebraucht, um das Vorfeld zu erweitern

Hintergrund ist zum einen die kürzlich erfolgte Einigung mit dem Bund, der auf dem Gelände von Schönefeld-Alt einen neuen Regierungsflughafen bauen will. Die Vereinbarung ermöglicht, dass die alten Terminals zumindest teilweise deutlich länger als bislang gedacht, nämlich bis Ende 2025 weiter für den zivilen Flugbetrieb genutzt werden kann.

Die Zeit braucht Lütke Daldrup dringend, um die geplanten Erweiterungen am BER bauen zu lassen. Für die erste Erweiterung, das Terminal T1E für weitere sechs Millionen Passagiere im Jahr, will der Flughafenchef noch in diesem Jahr einen Bauantrag stellen.

Ein Großteil der Millionen für Schönefeld-Alt wird gebraucht, um das Vorfeld zu erweitern, damit mehr Flugzeuge dort parken können. Vor allem in dem vom britischen Billigflieger Easyjet genutzten östlichen Flügel des Terminals B herrscht oft drangvolle Enge.

Bis zu 1200 Menschen sollen hier pro Stunde durchgeschleust werden können

Nun soll der Bereich der Gepäckabgabe umgebaut werden. Damit die Menschen weiterhin irgendwo auf ihren Flieger warten können, sollen sie für eine Übergangszeit von 18 Monaten in eine Leichtbauhalle ausweichen, während im Terminalgebäude gebaut wird.

Die Passagiere erreichen die 2300 Quadratmeter große und vier Meter hohe Halle über eine Treppe vom Terminal A und verlassen sie über die Boarding-Gates, von wo aus sie zu Fuß oder in Bussen ihre Flugzeuge erreichen.

Bis zu 1200 Menschen sollen hier pro Stunde durchgeschleust werden können. Das Provisorium soll Ende März zum Start des Sommerflugplans fertig sein und 18 Monate stehen bleiben, bis die Bauarbeiten in den anderen Gebäudeteilen beendet sind.

Die Halle ist komplett recycelbar. Die Firma Neptunus aus Düsseldorf hat solche Leichtbauten schon für Kunstausstellungen, aber auch für andere Flughäfen aufgestellt. Die Kosten für Aufbau und Miete der Halle werden von der Flughafengesellschaft mit unter zwei Millionen Euro angegeben.

So sieht die BER-Baustelle von innen aus

So sieht die BER-Baustelle von innen aus

Mehr zum Thema:

35 Millionen für Flughafen Schönefeld

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.