Berlin-Mitte

Die Zahl schwerer Straftaten am Alexanderplatz steigt

Körperverletzung, Sexual- und Drogendelikte - Alltag am Alex. Die Zahl der Straftaten steigt weiter, das zeigen Zahlen der Polizei.

Berlins gefährliche Orte: Der Alexanderplatz

Gemessen an der Menschenmasse passieren auf dem Alex vergleichsweise wenig Straftaten. Doch viele Berliner fühlen sich dort nicht mehr sicher.
Mi, 25.10.2017, 12.43 Uhr

Berlins gefährliche Orte: Der Alexanderplatz

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Berlin. Am Alexanderplatz in Berlin-Mitte ist die Zahl der Körperverletzungen sowie der Drogen- und Sexualdelikte deutlich gestiegen. Das belegen Zahlen der Berliner Polizei. Danach wurden im Zeitraum von Januar bis Oktober dieses Jahres 425 Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln registriert; im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp über 165.

Im Bereich der Sexualdelikte hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt: 36 Delikte wie Vergewaltigung und schwere sexuelle Nötigung zählten die Beamten bis einschließlich Oktober auf dem Platz in Berlins Mitte; 2016 lag die Zahl noch bei unter 20 Delikten. Im Bereich der Körperverletzung wurden 150 mehr Fälle registriert.

Aus Sicht von Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt lässt sich die Situation am Alexanderplatz nicht von der Polizei allein lösen. "Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz", sagte Kandt am Montag in der RBB-"Abendschau" insbesondere mit Blick auf junge Flüchtlinge, die sich dort treffen. Zudem werde es eine Ermittlungsgruppe geben, die sich speziell auf diese Gruppen zu fokussiert. Seit Anfang November wird am Alexanderplatz bereits die Jugendsozialarbeit verstärkt mit einem "Jugendraum". Das neue Projekt soll helfen, ein Abrutschen weiterer Jugendlicher in die Kriminalität zu verhindern.

Zahl der Diebstähle sinkt

Bei den Diebstählen verzeichnete die Polizei am Alexanderplatz immerhin einen Rückgang: Demnach wurden in diesem Jahr bislang 58 gestohlene Fahrräder registriert (2016: 115 Fälle), 9 Trickdiebstähle wurden gemeldet (2016: 39) sowie 728 Taschendiebstähle (2016: 1345).

In der gesamten Hauptstadt ist die Zahl der begangenen Straftaten eher rückläufig. Das geht aus Teilen der Kriminalitätsstatistik der Polizei zum ersten Halbjahr 2017 hervor. Wurden im ersten Halbjahr 2016 noch 279 833 Straftaten gezählt, waren es im ersten Halbjahr diesen Jahres 253 044 Fälle.

"Dass die Zahlen insgesamt rückläufig sind bedeutet nicht automatisch, dass es nicht an einzelnen Orten in der Stadt zu mehr Kriminalität kommt", sagte Tino Brabetz, Sprecher der Innenverwaltung am Montag. Wie sich die Zahlen weiteren kriminalitätsbelasteten Orten wie der Wahrschauer Brücke oder dem Kottbusser Tor entwickelt haben, konnte die Behörde am Montag noch nicht mitteilen.

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