Berlin

Staatsanwaltschaft zu Münzen-Klau: Keine Beweise vernichtet

Unbekannte sollen in eine Halle des Polizei-Sicherungsgeländes eingedrungen sein, um Spuren zu verwischen.

Die  Goldmünze „Big Maple Leaf“  war im März von Unbekannten aus dem Bode-Museum gestohlen worden

Die Goldmünze „Big Maple Leaf“ war im März von Unbekannten aus dem Bode-Museum gestohlen worden

Foto: Marcel Mettelsiefen / dpa

Berlin.  Wieder eine Panne bei der Berliner Polizei? Nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum soll es Unbekannten laut "B.Z." gelungen sein, mögliche Spuren zu verwischen.

Am Dienstagnachmittag meldete sich der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner, zu Wort. In einer Videobotschaft auf Twitter dementierte er den Zeitungsbericht. Die Spurenbeseitigung sei missglückt.

Laut dem ursprünglichen Bericht sollen die Unbekannten sich Zugang zu einer Halle auf einem Polizeigelände verschafft und den Inhalt eines Feuerlöschers in eine beschlagnahmte Limousine gesprüht haben, heißt es am Dienstag. Das Auto war demnach am 5. Juli beschlagnahmt worden, weil es in einen Unfall verwickelt war. Es könne sich um einen Fluchtwagen der Münzdiebe handeln, hieß es.

Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass es Unbekannten gelungen sei, auf das Gelände in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg zu gelangen. Die Ermittlungen liefen.

Polizei fahndet mit Video nach Münzdieben vom Bode-Museum

Schubkarre, Rollbrett, Axt und Leiter: Mehr brauchten die Diebe nicht, um eine 100 Kilo schwere Goldmünze aus dem Museum zu stehlen.
Polizei fahndet mit Video nach Münzdieben vom Bode-Museum

Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden. Ermittler gehen nicht mehr davon aus, die Münze noch zu finden. Vermutet wird, dass die millionenschwere Beute zerlegt wurde.

Zwei von vier Tatverdächtigen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Ein halbes Jahr nach der Tat wurde Ende Oktober die U-Haft eines Wachmanns aus dem Museum und mutmaßlichen Komplizen der Einbrecher unter Auflagen ausgesetzt.

Der 19-Jährige musste seinen Pass abgeben und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Die Ermittler sind sich sicher, dass er die arabische Großfamilie R. mit den entscheidenden Informationen und Interna aus dem Museum versorgte. Damit sitzen nur noch zwei von vier Verdächtigen in Haft – einer davon wegen anderer Straftaten. Bei dem zweiten steht nächste Woche ein Termin zur Haftprüfung an.

Erst kürzlich war der Diebstahl zweier Autos, die die Polizei sichergestellt hatte, bekannt geworden. Die Einbrüche auf einem Sicherstellungsgelände in Biesdorf ereigneten sich im Oktober. Erst am vergangenen Freitag wurde ein 31-Jähriger festgenommen, der ebenfalls auf dem Polizeigelände einen Wohnwagen aufbrechen wollte. Im September erntete die Polizei Spott für einen Einbruch im Polizeipräsidium Stadtteil Tempelhof. Unbekannte Täter hatten dort Vitrinen und Schaukästen im Polizeimuseum aufgebrochen und Antiquitäten gestohlen.

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