Geschichte

Litauens Botschafter irritiert über Revolutionsjubiläum

Vilnius.  Der litauische Botschafter in Deutschland hat irritiert auf eine Kundgebung zum 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution in Berlin reagiert. "War der kommunistische Terror weniger kriminell als der der Nazis? Warum werden diese Kommunisten am Brandenburger Tor geduldet?", schrieb Darius Semaska am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Darunter postete der Diplomat ein Bild eines mit Sowjetfahnen dekorierten Militärlastwagens. Zu sehen darauf waren im Hintergrund auch zwei Plakate zum Revolutionsjubiläum.

Nach Berliner Medienberichten hat eine Gruppe von Kommunisten am Sonntag und Montag der Revolution von 1917 und der Machtübernahme im Zarenreich durch Lenin gedacht. Angemeldet worden sei die Kundgebung nach Polizeiangaben vom "Verein für die unliteratische Verwendung der Literatur und außergewöhnliche Brechtvorhaben", berichtete die "Berliner Morgenpost".

In der Oktoberrevolution am 25. Oktober 1917 (7. November nach neuem Kalender) hatten die Bolschewiki unter ihrem Anführer Wladimir Iljitsch Lenin im damaligen Petrograd die Macht an sich gerissen. In der Folge entstand die Sowjetunion als erster kommunistischer Staat der Welt. Litauen wurde im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von Hitler-Deutschland und der Sowjetunion besetzt. Nach Kriegsende war der Baltenstaat bis 1990 unfreiwillig Teil der Sowjetunion. Seit 2004 gehört Litauen EU und Nato an.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.