Oktoberrevolution-Demo

Kommunisten fahren mit russischem Panzer durch Berlin

Mit einem alten russischen Panzer sind seit Sonntag Kommunisten in Berlin unterwegs. Am Montag zogen sie durch die City-West.

Zu Ehren der Oktoberrevolution vor 100 Jahren fuhren am Sonntag Kommunisten mit einem russischem Panzer durch Berlin

Zu Ehren der Oktoberrevolution vor 100 Jahren fuhren am Sonntag Kommunisten mit einem russischem Panzer durch Berlin

Berlin. 100 Jahre Oktoberrevolution - das scheint für einige ein Grund zum Feiern zu sein. Am Sonntag fuhr eine Gruppe Kommunisten anlässlich des Jubiläums der russischen Revolution mit einem Autokorso der besonderen Art durch Berlin: Auf einem Anhänger zog die Gruppe einen alten russischen Panzer durch die Straßen. Ein anderer Wagen stellte den Nachbau eines Kriegsschiffs dar. Entlang der Strecke von der Gabriel-Max-Straße in Friedrichshain nach Moabit und zurück dudelte immer wieder die Internationale schief aus den Lautsprechern.

Angemeldet wurde die Demonstration laut Polizei vom "Verein für die unliteratische Verwendung der Literatur und außergewöhnliche Brechtvorhaben". Laut Veranstalter sollen die insgesamt sechs Wagen mit Sowjet-Fahnen an wichtige Stationen des Kommunismus erinnern - und zu neuen kommunistischen Taten aufrufen.

Von diesem revolutionären Furor ließen sich am Sonntag nur sehr wenige Menschen anstecken. Statt der bei der Polizei angemeldeten 200 Teilnehmer, waren es laut eines Twitter-Nutzers unterwegs nur etwa 30. In den sozialen Medien äußerten sich viele Nutzer kritisch zu der Aktion. Unter anderem meldete sich auch die kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann zu Wort. Ihr knapper Kommentar: "Ätzend!"

Auch am Montag zog der Korso wieder durch Berlin. Dieses Mal durch die City-West:

Am Montag zeigte sich auch der litauische Botschafter in Deutschland irritiert über die Kundgebungen zum 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution. "War der kommunistische Terror weniger kriminell als der der Nazis? Warum werden diese Kommunisten am Brandenburger Tor geduldet?", schrieb Darius Semaska am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Darunter postete der Diplomat ein Bild eines mit Sowjetfahnen dekorierten Militärlastwagens.

Vor hundert Jahren fand die russische Revolution statt, die zum Sturz des Zaren Nikolaus II. führte und das Ende der Monarchie in Russland bedeutete. Am 7. Und 8. November 1917 nahmen die Bolschewiki in Petrograd, dem heutigen St. Petersburg, die wichtigsten Einrichtungen ein und riefen die Machtübernahme aus.

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