Investitionen

Was sich für Patienten an den Charité-Standorten ändert

1,4 Milliarden Euro an Investitionen sind in den kommenden Jahren vorgesehen. Alle Standorte sollen von dem Geldsegen profitieren.

Auch die Fassade des Klinikums Benjamin Franklin muss saniert werden. Das kostet rund 60 Millionen Euro

Auch die Fassade des Klinikums Benjamin Franklin muss saniert werden. Das kostet rund 60 Millionen Euro

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Berlin. Das Land Berlin will in den kommenden zehn Jahren rund 1,1 Milliarden Euro in die Charité investieren. Fast die Hälfte, knapp 500 Millionen Euro, sind bereits konkret in der Finanzplanung des Senats bis zum Ende dieser Legislaturperiode 2021 vorgesehen. Weitere 322 Millionen Euro fließen aus anderen Quellen, kommen vor allem vom Bund, dem Deutschen Herzzentrum Berlin und der Charité selbst. Alle Standorte des größten europäischen Universitätsklinikums sollen davon profitieren. Die wichtigsten Beispiele:

Campus Benjamin Franklin in Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf): Hier wird der Investitionsbedarf mit 219 Millionen Euro angegeben. Allein die Maßnahmen, mit denen bereits begonnen wurde oder die konkret geplant sind, belaufen sich auf 109 Millionen Euro. Außerdem sieht der Entwurf des Senats für den nächsten Doppelhaushalt 2018/2019 weitere 50 Millionen Euro aus dem Investitionsfonds des Landes Berlin vor. Dem muss das Abgeordnetenhaus aber noch zustimmen. Zu den Projekten gehören die Sanierung und Modernisierung weiterer OP-Säle. Fünf Säle sind bereits fertiggestellt, die nächsten fünf folgen bis Februar kommenden Jahres. Mit den restlichen fünf soll 2019 begonnen werden. Das alles kostet rund 30 Millionen Euro. Die Hochschulambulanzen für Urologie, Augenheilkunde und Kardiologie werden für 4,5 Millionen Euro baulich hergerichtet und neu ausgestattet. Für die dringend notwendige Erneuerung der Starkstromversorgung sind 13,57 Millionen Euro vorgesehen, für die Erneuerung von Forschungsbereichen 3,5 Millionen Euro.

Am Standort Campus Benjamin Franklin (CBF) soll auch eine neue zentrale Notaufnahme installiert werden. Dafür ist ein Neubau notwendig, denn im jetzigen Gebäude ist keine Erweiterung möglich. Die tut aber not, denn in der Rettungsstelle werden pro Jahr rund 60.000 Menschen behandelt. Die Machbarkeitsstudie für den Neubau geht von 85.000 Behandlungen pro Jahr aus und berücksichtigt angesichts der wachsenden Stadt und des demografischen Wandels einen jährlichen Anstieg von drei bis vier Prozent. Die jetzige Rettungsstelle ist aber nur für gut 40.000 Patienten ausgelegt.

In vier bis sechs Jahren soll die neue Zentrale Notaufnahme fertiggestellt sein. In einem ersten Finanz­ansatz sind dafür 15 Millionen Euro vorgesehen. Um die Zwischenzeit gut überbrücken zu können, wurde die jetzige Rettungsstelle generalüberholt. Die künftige Zentrale Notaufnahme soll nicht nur baulich und technisch den neuesten Standard bieten, sondern auch medizinisch. Wie Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl am Donnerstag erläuterte, wird sie interdisziplinär ausgerichtet. Das heißt, dort werden immer Ärzte mehrerer Fachrichtungen vor Ort sein.

Zudem sollen die Stationen am CBF bis 2022 saniert werden, dafür sind 14 Millionen Euro vorgesehen. Die Vorbereitungen laufen bereits, eigentlicher Baubeginn soll 2018 sein. Für das Sanierungsprojekt muss ein Interimsgebäude mit 130 Betten auf dem Wirtschaftshof des Klinikums errichtet werden. Möglicherweise wird dafür die nicht mehr benötigte, aber mobile Campus-Klinik aus Mitte benutzt, die gebaut wurde, um das Bettenhochhaus sanieren zu können.

Campus Virchow-Klinikum in Wedding (Mitte): In diesen Standort sollen rund 770 Millionen Euro investiert werden. Größtes Einzelprojekt ist, wie berichtet, der Neubau für das Universitäre Herzzentrum, in dem die herzmedizinischen Kompetenzen der Charité und des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) gebündelt werden sollen. Der Baubeginn ist für 2019 vorgesehen, die Kosten belaufen sich einschließlich des DHZB-Umzuges in neue Räume auf 208 Millionen Euro. Weitere 29 Millionen Euro fließen in die Errichtung des Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT). Dabei geht es um modernste Forschungs­infrastruktur für die Entwicklung und Anwendung neuer Arzneimittel sowie für innovative Therapieansätze, etwa in der regenerativen Medizin und bei der Behandlung von Krebspatienten.

Charité-Campus Mitte (CCM): Hier beläuft sich der Investitionsbedarf auf 270 Millionen Euro. Herausragende Projekte sind der 74 Millionen Euro teure Umbau des Gebäudes der alten Rettungsstelle und Intensivmedizin zum Sitz des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung sowie die Sanierung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die mit 14 Millionen Euro veranschlagt wird. Weitere 15 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Friedrich-Busch-Hauses am Virchowweg, in dem unter anderem die Klinik für Anästhesiologie untergebracht ist. Der Vorstandsvorsitzende der Charité Einhäupl und der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator, Michael Müller (SPD), betonten die führende Stellung des Universitätsklinikums in der deutschen Wissenschafts- und Forschungslandschaft. Einhäupl erklärte, die „Marke Charité“ weiter stärken zu wollen. Sie solle international ausgebaut werden, auch durch die Berufung von Spitzenmedizinern.

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