Es ist alles weg

Die Kunden von Air Berlin werden wohl leer ausgehen

Die insolvente Fluggesellschaft hat keinerlei Vermögenswerte mehr. Die Leidtragenden: Gläubiger und Ticketkäufer.

Die erste Air-Berlin-Maschine ist schon umlackiert und fliegt nun für Eurowings

Die erste Air-Berlin-Maschine ist schon umlackiert und fliegt nun für Eurowings

Foto: Eurowings via Twitter

Kunden von Air Berlin, deren Flug ausgefallen ist oder nach der Betriebseinstellung am 28. Oktober nicht mehr erfolgen kann, werden wohl keine Erstattung des gezahlten Ticketpreises erhalten. Auch andere Gläubiger der insolventen Fluggesellschaft dürften von ihrem Geld so gut wie nichts wiedersehen. „Zu erwarten ist eine Quote von Null“, hieß es in Unternehmenskreisen.

Dagegen muss sich die Bundesregierung offenbar keine Sorgen um die Rückzahlung ihres Überbrückungskredits an Air Berlin machen. Das 150 Millionen Euro schwere Darlehen sei mit den Erlösen aus dem Verkauf von Teilen der insolventen Fluggesellschaft an Lufthansa und Easyjet besichert, sagte eine mit den Verträgen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Aus den bis zu 250 Millionen Euro, die Lufthansa und Easyjet zahlen wollen, werde also zuallererst das Darlehen getilgt.

Derweil ist Personalvertretung Kabine - eine Art Betriebsrat für rund 3000 Flugbegleiter der Air Berlin - mit ihrem Versuch gescheitert, Informationen zu Kaufangeboten, Verträgen oder Start- und Landerechten zu erhalten. Sie sollten Grundlage für Verhandlungen über einen Sozialplan sein. Vorher sollten auch keine Flugzeuge aus dem betrieb genommen werden. Das Berliner Arbeitsgericht wies am Donnerstag jedoch entsprechende Anträge ab.

Das erste Flugzeug ist schon umlackiert

Während nun tausende Mitarbeiter auf ihre Kündigungen warten, müssen die Flugzeuge der Airline nicht lange am Boden bleiben. Am Donnerstag begrüßte die Lufthansa-Tochter Eurowings bereits den ersten umlackierten Air-Berlin-Flieger. Das über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete Foto zeigt eine Turboprop-Maschine vom Typ Dash8 Q400, die wiederum zur Flotte der in Dortmund ansässigen Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW)gehört.

Die LGW war wie die österreichische Ferienfluggesellschaft Niki von der Lufthansa für insgesamt 210 Millionen Euro von Air Berlin übernommen worden. Die Maschinen der LGW fliegen nun für Eurowings auf früheren Air-Berlin-Strecken, etwa zwischen Düsseldorf und Mailand oder Düsseldorf und Rom.

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