Extremismus

Türkischer Bund: Unabhängige Kommission zu NSU-Ermittlungen

Berlin. Der Türkische Bund in Berlin und Brandenburg (TBB) hat eine unabhängige Untersuchungskommission zum Vorgehen der Behörden im Zusammenhang mit den Morden des NSU gefordert. Sechs Jahre nach Auffliegen des rechtsextremen Trios blieben trotz parlamentarischer Untersuchungsausschüsse viele Fragen offen, teilte der Verein am Donnerstag mit. Besonders die Verwicklung staatlicher Stellen sowie Vorurteile in Behörden müssten aufgeklärt werden. "Nur durch eine uneingeschränkte öffentliche Aufarbeitung der Geschehnisse kann das Vertrauen in die staatlichen Institutionen wiederhergestellt werden", erklärte TBB-Sprecherin Ayşe Demir.

Vorbild einer solchen Untersuchung könnte die britische MacPherson-Komission sein, die rassistische Vorurteile der britischen Behörden im Umgang mit dem Mord an einem dunkelhäutigen Jugendlichen offenlegte. Der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hatte zehn Menschen ermordet, darunter neun türkisch- oder griechischstämmigen Gewerbetreibende. Ermittler hatten auch wegen kultureller Vorurteile lange Zeit Landsleute der Opfer als Täter vermutet.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.