Nach Wasserschaden

Decke stürzt an Spandauer Schule ein

Ein Wasserschaden in den Herbstferien hat dazu geführt, dass eine Zwischendecke an der Carlo-Schmid-Oberschule einbrach.

Berlin. Manchmal werden die Planungen zu den fälligen Sanierungsarbeiten an Schulen abrupt durch die Wirklichkeit eingeholt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass an der Carlo-Schmid-Oberschule in Spandau in den Ferien ein massiver Wasserschaden aufgetreten ist, der dazu führte, dass die Zwischendecke im Foyer einstürzte. Nun arbeitet der Bezirk mit Hochdruck daran, dass der Schulbetrieb an der Sekundarschule mit 1000 Schülern ab Montag regulär stattfinden kann.

Der zuständige Schulstadtrat Helmut Kleebank (SPD) bestätigte auf Anfrage der Berliner Morgenpost am Donnerstag: „Mehrere Tage lief Wasser aus und fand seinen Weg durch eine Dehnungsfuge des Gebäudes bis in das Foyer und den Keller der Schule.“ Wegen der Ferien sei der Schaden nicht rechtzeitig bemerkt worden. Im ersten und zweiten Obergeschoss seien nur geringfügige Schäden entstanden. Im Foyer allerdings seien sehr große Mengen Wasser von der Zwischendecke aufgesogen worden. Diese wurde schließlich so schwer, dass die Haltekonstruktion nachgab. „Dadurch ist die Zwischendecke auf einer Teilfläche des Foyers heruntergestürzt“, erklärte der Schulstadtrat.

Das Foyer der Schule bleibt vorerst gesperrt

Inzwischen hätten die Aufräumarbeiten begonnen. Mit kurzfristigen Maßnahmen sollen alle Bereiche mit Ausnahme des Foyers wieder zugänglich gemacht werden, sodass am Montag der Unterricht für alle Klassen wieder beginnen kann. Das Foyer wird zunächst geschlossen bleiben, bis alle Teile der Schallschutzdecke entsorgt sind. Die Sperrung wird nach Angaben des Stadtrates etwa drei bis vier Wochen andauern. Wie hoch der Schaden ist, konnte Kleebank noch nicht beziffern. Und auch, wann die Decke saniert wird, steht noch nicht fest.

Die Carlo-Schmid-Oberschule ist seit Jahren ein Sanierungsfall, kleinere Arbeiten wurden auch schon durchgeführt, allerdings nur in Stückwerk. In dem betroffenen Gebäudetrakt seien gerade Räume saniert worden, allerdings ohne die dazu gehörigen Wasserleitungen zu erneuern, sagte Thorsten Hartje vom Bezirkselternausschuss. Viele Schulen seien im Bezirk ähnlich wie die Carlo-Schmid-Oberschule in den 70er-Jahren gebaut worden und inzwischen entsprechend marode.

„Ein solcher Schaden kann fast an jeder Schule passieren“, sagte Hartje. Die Elternvertreter sind vor allem unzufrieden mit der mangelnden Transparenz, was die Planungen der Bau­maßnahmen betrifft. „Die Eltern werden nicht eingebunden und erhalten nur wenige Informationen“, sagte Hartje. Die Elternvertreter würden händeringend auf die Prioritätenliste der Senatsverwaltung warten, in der festgelegt wird, wann welche Arbeiten in Angriff genommen werden. Eigentlich sollte dieser Sanierungsfahrplan im Herbst veröffentlicht werden, die Bildungsverwaltung geht nun eher von einem Termin Ende des Jahres aus. Fakt ist, dass der Bezirk die Großsanierung der Carlo-Schmid-Oberschule im September in die Verantwortung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung übertragen hat. Das geht aus einer Vorlage der Bildungsverwaltung an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hervor.

Insgesamt haben demnach sieben der zwölf Bezirke Amtshilfe vom Senat bei der Sanierung von 54 Schulen beantragt. Die Bezirke können dabei nur Sanierungsmaßnahmen an das Land abgeben, die einen Umfang von 5,5 Millionen Euro oder mehr haben. Allein der Bezirk Spandau hat neun geplante Großsanierungen abgegeben. An der Carlo-Schmid-Schule sind Arbeiten mit einem Gesamtvolumen von 12,7 Millionen Euro vorgesehen. Besonders viele Sanierungsfälle (zehn Schulen) will auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an das Land abgeben. Der Bezirk Mitte gibt neun Schulen ab, darunter auch die Ernst-Reuter-Schule mit einem Sanierungsvolumen von 16,7 Millionen Euro. Die Zeit drängt, denn eine Havarie wie im Fall der Carlo-Schmid-Schule kann häufig die Planungen überholen. Erst Anfang Oktober ist an der Schule mit 1300 Schülern die marode Heizungsanlage ausgefallen. Die Wartungsarbeiten an den Heizkesseln waren eigentlich schon vom Bezirk vorgesehen.

Eltern fordern Zeitplan für Sanierung

Insgesamt wollen die Bezirke Maßnahmen mit einem Umfang von 593 Millionen Euro in die Verantwortung des Landes übertragen. Drei Bezirke realisieren alle Arbeiten selbst, in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf gibt es keine Großsanierungen mit diesen Umfängen. Ob die Planung und Durchführung der Arbeiten unter der Regie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schneller vorangeht, ist fraglich. „Wir haben die Befürchtung, dass auf Landesebene wegen der fehlenden Schulplätze zuerst der Schulneubau angeschoben wird und die großen Sanierungsfälle wieder hintanstehen müssen“, sagte Bezirkselternvertreter Hartje.

Thorsten Schatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Bezirk Spandau, forderte angesichts des jüngsten Schadenfalles eine andere Informationspolitik vom Bezirk ein. Die zuständigen Gremien in den Ämtern müssten besser zusammenspielen und ihre Planungen auch gegenüber den Eltern und Schulleitungen transparent machen, sagte Schatz.

Nach Angaben des Spandauer Schulstadtrates Kleebank sollen die Eltern und Lehrer der Carlo-Schmid-Schule am Freitag informiert werden, wie genau der Schulbetrieb ab Montag sichergestellt wird.

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