Nach Insolvenz

Island gibt letzten Air-Berlin-Flieger frei

Jetzt ist auch die allerletzte Maschine der insolventen Airline nach Berlin zurückgekehrt.

Der letzte Air Berlin-Flug

Der letzte Air Berlin-Flug. Abflug in München und Landung in Berlin-Tegel.

AB6210: Das war der letzte Flug der Air Berlin

Beschreibung anzeigen

Berlin. Am Freitagabend landete in am Flughafen Tegel die letzte reguläre Air-Berlin-Maschine in der Hauptstadt. Begrüßt wurde das aus München kommende Flugzeug mit einer Löschwasserdusche, Mitarbeiter weinten, Passagiere wurden beim Aussteigen gefeiert. Allein 1600 Gäste drängelten sich auf der Besucherterrasse, viele Medien sendeten das Ereignis live.

Nun kehrte auch der allerletzte Flieger der insolventen Airline nach Deutschland zurück - aus Island. Am Mittwochabend landete der Airbus 320 am Flughafen Schönefeld.

Wegen ausstehender Gebühren an den Flughafenbetreiber Isavia durfte die Maschine nach ihrer Landung am 19. Oktober im isländischen Keflavik zunächst nicht mehr nach Deutschland zurück fliegen - ihr wurde keine Starterlaubnis erteilt. Die Zahlungen seien bereits vor der Insolvenz der Airline am 15. August fällig geworden, hieß es seitens Isavia.

Air-Berlin-Flugzeug strandet in Island

Die Flughafengesellschaft Isavia teilte mit, Air Berlin habe Flughafengebühren nicht bezahlt.
Air-Berlin-Flugzeug strandet in Island

Sämtliche seit der Insolvenzanmeldung angefallenen Rechnungen seien pünktlich bezahlt worden, konterte hingegen Air Berlin. Unternehmenssprecher Ralf Kunkel hatte das Verhalten der Isländer sogar als "rechtswidrig" bezeichnet.

Die in Island gestrandeten Passagiere, die nach Düsseldorf weiterfliegen wollten, wurden kurzerhand umgebucht und konnten ihre Reise wenige Stunden später fortsetzen. Die Air-Berlin-Maschine blieb hingegen am Boden - bis jetzt.

„Am Montag, dem 30. Oktober, hat Air Berlin seine ausstehenden Schulden beglichen“, sagte nun ein Isavia-Sprecher gegenüber faz.net. „Es (das Flugzeug) steht noch am Flughafen, kann aber jederzeit abgeholt werden.“

Unklar ist, was nun mit der Maschine passiert. Sie gehört der insolventen Airline nicht direkt, sondern - wie alle Maschinen der Air-Berlin-Flotte - einem Leasing-Partner. Sie könnte zu jenen 25 gehören, die der britische Billigflieger Easyjet übernehmen will.

Den Flughafen Tegel haben inzwischen alle Air-Berlin-Flieger verlassen, teilweise wurden sie nach Berlin-Schönefeld überführt. Dort stehen sie derzeit auf dem ungenutzten Vorfeld des Hauptstadtflughafens BER. Weitere Maschinen flogen nach Düsseldorf.

"Air Berlin forever, Over and Out"

Der letzte Funkspruch von Air Berlin. "BER4EVR to Tegel Airport."
Das war der letzte Funkspruch von Air Berlin

Mehr zum Thema:

Insolvenzverfahren für Air Berlin eröffnet

Air-Berlin-Flugzeug wird weiter auf Island festgehalten

Air-Berlin-Mitarbeiter werden vor Eurowings gewarnt

Air Berlin am Boden – Was kommt jetzt als nächstes?