„Eine Herausforderung“

Jumbo-Jet in Tegel - Das sagt der Pilot dazu, der ihn fliegt

Nach nur 50 Minuten Aufenthalt in Berlin soll der Jumbo schon wieder startklar in Richtung Frankfurt sein.

Lufthansa-Pilot Maximilian Claudio Reuter

Lufthansa-Pilot Maximilian Claudio Reuter

Foto: Lufzhansa / Gregor Schlaeger

Berlin. Maximilian Claudio Reuter (37) ist Senior First Officer bei der Lufthansa (LH) und fliegt seit elf Jahren für das Unternehmen. Bislang hat er 8500 Flugstunden absolviert, auf der Boeing 747-400 sind es ungefähr 2600 Flugstunden. Er wird ab 2. November gemeinsam mit Flugkapitän Andreas Heyen den Jumbojet mehrmals auf der Strecke zwischen Berlin und Frankfurt/Main fliegen. Morgenpost-Mitarbeiter Andreas Gandzior sprach darüber mit ihm.

Berlin-Tegel steht nicht auf der Liste der Weltflughäfen. Müssen sie sich für Starts und Landungen aufgrund der Größe des Flughafens besonders vorbereiten?

Natürlich bereiten wir uns vor diesen Flügen, wie vor jedem Flug, intensiv auf Anflugverfahren und Landebedingungen vor. Jedoch ist der Flughafen Tegel, was die Landebahnen und Funkfeuer für Instrumentenanflüge angeht, sehr gut ausgestattet. Die Herausforderungen werden eher in den Abfertigungsverfahren liegen.

Gibt es weltweit von der Größe vergleichbare Flughäfen, die die Lufthansa mit einer Boeing 747 anfliegt?

Vereinzelt fliegt Lufthansa auch Flughäfen an, die von der Größe her in etwa Tegel entsprechen. So zum Beispiel Buenos Aires in Argentinien. Dort ist jedoch nicht das gleiche hohe Verkehrsaufkommen wie in Tegel, was den Einsatz in Tegel wieder ein Stück spannender macht.

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Wie hoch ist die Anfluggeschwindigkeit, mit der sie Tegel ansteuern?

Die Anflug- und Landegeschwindigkeiten sind von dem jeweiligen Anfluggewicht abhängig. Eine gängige Anfluggeschwindigkeit liegt um die 150 Knoten, also ungefähr 280 Stundenkilometer. Diese gilt für ein Landegewicht von 260 Tonnen, also ungefähr das dreifache maximale Abfluggewicht eines Airbus A321, das Muster, das normalerweise auf dieser Strecke eingesetzt wird.

Wie groß ist die Crew des Jumbos, mit dem sie nach Tegel fliegen werden?

Außer Flugkapitän Andreas Heyen und mir als First Officer sind ein Purser und 13 weitere Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter an Bord, die sich um die Sicherheit und das Wohlbefinden der ungefähr 300 Fluggäste kümmern.

Video Playlist Insolvenz Air Berlin
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Stellt die kurze Standzeit von ungefähr 50 Minuten die Piloten vor eine Herausforderung?

Die Standzeit ist mit 50 Minuten für ein Flugzeug dieser Größe sehr ambitioniert bemessen. Wir tun aber alles dafür, diese Zeit einzuhalten. So wird zum Beispiel schon in Frankfurt der Treibstoff für den Rückflug aus Tegel mit an Bord genommen. Dadurch kann am Boden in Tegel Zeit gespart werden, da keine aufwendige Betankung des hier doch seltenen Gerätes nötig ist.

Wie viele Minuten beträgt die Netto-Flugzeit mit der 747-400 von Frankfurt nach Berlin?

Die Netto-Flugzeit ist stark vom Verkehrsaufkommen und den Winden an dem jeweiligen Flugtag abhängig. Jedoch dürfte sie zwischen fünf und zehn Minuten kürzer sein als mit einem Flieger der Airbus-A320-Familie, da die B747-400 als Langstrecken-Flieger grundsätzlich eine höhere Reisegeschwindigkeit hat. Mit gut 900 Stundenkilometern ist der Jumbo ungefähr 60 Stundenkilometer schneller als ein A321. Die Netto-Flugzeit wird wahrscheinlich um die 45 Minuten betragen.

Übernehmen sie die Maschine in Frankfurt oder kommen sie von einer Langstrecke?

Wir übernehmen die Maschine in Frankfurt und fliegen an diesem Tag zweimal zwischen Berlin und Frankfurt hin und her. Am Abend geht der Flieger dann wieder zurück auf die Langstrecke etwa nach Amerika oder Fernost.

Letzter Air-Berlin-Flug am Flughafen Berlin Tegel gelandet
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