Berlin

Neuer Bau-Chef soll BER-Fertigstellung sicherstellen

BER-Chef Lütke Daldrup will Manager aus München holen

Berlin.  Rund um die Dauerbaustelle auf dem künftigen Großflughafen BER kündigt sich neuer Ärger an. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will einen neuen Bau-Chef einstellen, um die Fertigstellung des Flughafens von einem Fachmann beaufsichtigen zu lassen. Einen entsprechenden Vorschlag will er dem Aufsichtsrat unterbreiten. Das Kontrollgremium soll am 17. November darüber entscheiden.

Doch die Schaffung eines neuen Postens stößt bereits im Vorfeld auf Kritik. „Der Regierende Bürgermeister Michael Müller macht sich mal wieder einen schlanken Fuß und bereitet damit vermutlich eine weitere Verschiebung der BER-Eröffnung vor“, sagte FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja am Sonnabend. „Wohl auch, um seinen Parteifreund Engelbert Lütke Daldrup zu schützen.“ Bislang sei auf jede neue Spitzenpersonalie auch eine Bauverzögerung eingetreten, die zur Verschiebung der geplanten Eröffnung geführt habe, so Czaja weiter. Mit der Schaffung eines neuen Postens solle die Verantwortung für die Dauerbaustelle delegiert werden.

Carsten Wilmsen aus München für Posten im Gespräch

Die Flughafengesellschaft (FBB) bestätigte die Personalie am Wochenende nicht. „Personalentscheidungen trifft der Aufsichtsrat und der tagt am 17. November“, sagte Flughafensprecher Hannes Höhnemann auf Nachfrage. Als neuer Bauchef wird der Münchener Flughafenexperte Carsten Wilmsen gehandelt. Der 49-Jährige ist am Münchener Flughafen für Real Estate zuständig, das heißt, für die Gebäude, deren Instandhaltung und für neue Bauvorhaben.

In Schönefeld soll der neue Manager nicht nur die Fertigstellung beaufsichtigen, sondern auch die Erweiterung des Flughafens nach der Eröffnung managen. Wegen der steigenden Flugastzahlen sind zahlreiche Anbauten nötig, um die Passagiere abfertigen zu können. Dazu hat Flughafenchef Lütke Daldrup im Sommer einen Masterplan aufgestellt. Der Plan sieht vor, den drittgrößten deutschen Airport in vier Phasen zu erweitern. Zunächst erhält das BER-Hauptterminal Anbauten für weitere Gepäcksortieranlagen. Zusammen mit einem schon beschlossenen Zusatzterminal für Billigflieger könnte die Kapazität so auf 33 Millionen Fluggäste im Jahr steigen. Ab 2018 soll in einer ersten Erweiterungsphase das Nordpier verlängert werden. Herzstück des Ausbaus soll ein neues Terminal werden. Der Baustart ist für 2022 geplant.

Wilmsen würde in das Anpassungsprofil passen. Der Manager war zunächst in Hamburg für den Flughafenausbau zuständig, seit 2011 ist er Gebäudemanager in München.