Orkanartige Böen

DWD-Wetterwarnung: Am Sonntag braust „Herwart“ durch Berlin

Kaum ist „Xavier“ überstanden, droht Berlin der nächste Sturm. Zoo und Tierpark schließen, auch die S-Bahn warnt vor Einschränkungen.

Vor ein paar Wochen fegte "Xavier" durch Berlin

Vor ein paar Wochen fegte "Xavier" durch Berlin

Foto: Kay Nietfeld / picture alliance / Kay Nietfeld//picture alliance

Berlin. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Sonntagmorgen vor Unwettern in Berlin und Brandenburg gewarnt. „Besonders betroffen sind neben der Hauptstadt das südliche und westliche Brandenburg“, sagte eine DWD-Sprecherin. Sturmtief „Herwart“ ziehe über Deutschland. Neben Regenschauern seien orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 120 Kilometern pro Stunde zu erwarten. „Wer nicht unbedingt raus muss, sollte zu Hause bleiben.“ Von Spaziergängen durch Parks und Wälder sei abzuraten.

Bereits für Sonnabend warnte der DWD vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 Stundenkilometern und 70 Stundenkilometern aus Westen. Nach kurzer Windabschwächung in der ersten Nachthälfte zum Sonntag nehme der Westwind über Berlin und Brandenburg rasch zu. Gebietsweise seien schwere Sturmböen um 95 km/h wahrscheinlich. Besonders im Süden und Westen Brandenburgs bestehe örtlich Unwettergefahr durch orkanartige Böen bis 110 km/h. Im Nordosten könnten zudem einzelne Gewitter entstehen. Die Entwicklung werde bis Sonntagmittag anhalten.

Am Abend wurde auch über den offiziellen Warndienst Katwarn eine Sturmwarnung herausgegeben. Die Senatskanzlei twitterte:

Auch die S-Bahn warnt ihre Fahrgäste vor dem Sturm. Am Abend teilte sie über die Anzeiger auf den Bahnsteigen mit: „Wegen Sturm Verkehrseinschränkungen am 29.10. möglich.“

Die Polizei Brandenburg warnte ebenfalls und verwies auf eine DWD-Sturmwarnung. Man solle am Sonntag lieber zu Hause bleiben.

Bäume, die bereits vom Sturmtief „Xavier“ Anfang Oktober beschädigt worden waren, könnten wegen „Herwart“ jetzt endgültig umkippen oder große Äste verlieren. Allerdings sind laut DWD ähnlich schwerwiegende Schäden wie beim Sturmtief „Xavier“ vor gut drei Wochen eher unwahrscheinlich. Bäume, die bereits einen Großteil ihres Laubs verloren hätten, böten dem Sturm weniger Angriffsfläche und seien daher stabiler. Bis Montag können die Höchsttemperaturen auf unter zehn Grad absinken.

Vorsicht in Parks und Wäldern

Zu Vorsicht in Parks, Grünanlagen und Wäldern rät die Senatsumweltverwaltung. "Lose Äste, die sich noch in den Baumkronen befinden, drohen herunterzufallen. Bäume, deren Wurzeln durch 'Xavier' teilweise aus dem Erdreich herausgelöst wurden, können durch starke Windböen zu Fall gebracht werden", hieß es.

"Die Kollegen in der Leitstelle der Feuerwehr beobachten die Wetterentwicklung permanent", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Berliner Morgenpost. "Sollte es dann eine amtliche Wetterwarnung geben, sind wir vorbereitet. Alle Fahrzeuge werden mit ausreichend Personal einsatzbereit sein." Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind nach Angaben eines Unternehmenssprechers vorbereitet. "Die Mitarbeiter der verschiedenen Betriebsbereiche Bus, U-Bahn und Straßenbahn sowie in der Leitstelle haben die Wetterentwicklung im Blick und werden dementsprechend reagieren."

Zoo und Tierpark kündigten an, am Sonntag geschlossen zu bleiben. Herabfallende Äste des alten Baumbestandes könnten eine Gefahr für Besucher darstellen, die Tiere würden vorsorglich in Häusern und Stallungen untergebracht. Dieses Mal hätten auch die Flamingos in ihre Ställe gebracht werden können. Bei Sturm "Xavier" waren mehrere der Tiere ums Leben gekommen. Das Aquarium bleibe regulär bis 18 Uhr geöffnet.

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