Berlin

Knapp 7000 Knöllchen binnen einer Woche

Beamte gehen mit Kontrollen gegen Falschparker vor

Mehr als 350 Straßen, knapp 6800 Anzeigen, zudem unzählige Gespräche und Mahnungen wegen Falschparkens. Das ist die Bilanz einer fünftägigen Verkehrsaktion, bei der Mitarbeiter der Polizei, des Ordnungsamtes und der BVG gemeinsam gegen Halt- und Parksünder in der Hauptstadt vorgegangen sind. Insgesamt brachten Beamte der Polizei und der Ordnungsämter 6795 Park- und Haltverstöße zur Anzeige, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Polizeibericht. Besonders ärgerlich und teuer dürfte das verkehrswidrige Parken für die 282 Halter sein, dessen Fahrzeuge bei den Schwerpunktkontrollen kostenpflichtig abschleppt worden waren.

In der Woche vom 16. bis 20 Oktober kontrollierten die Mitarbeiter 358 besonders belastete Straßenzüge. Ihr Fazit lautet: "Vor allem Radwege und Busstreifen werden täglich aus überwiegend eigensüchtigen Motiven, aber auch durch gewerblichen Lieferverkehr blockiert." In diesem Bereich stellten die Beamten 1425 Verstöße fest. Fast genauso viele Falschparker – insgesamt 1212 – stellten ihre Fahrzeuge in der zweiten Reihe ab. Einsicht gezeigt hätten die Parksünder nur selten. Stattdessen verharmlosten sie das verkehrswidrige Parken, verwiesen darauf, dass sie das Auto nur kurz abgestellt hätten. Andere begründeten das Falschparken mit der allgemeinen Parkplatznot. "Viele der Betroffenen stellen ihre individuellen Interessen sorglos über die Interessen der Allgemeinheit", hieß es im Bericht der Polizei.

Dieses Fehlverhalten aber kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. So zum Beispiel, wenn andere Verkehrsteilnehmer Falschparkern ausweichen und dadurch gefährliche Manöver, wie plötzliche Fahrstreifenwechsel, riskieren müssen. In zahlreichen Gesprächen habe man versucht, die Fahrer für diese Gefahrensituation zu sensibilisieren.

Zuletzt hatte die Berliner Polizei mit Ordnungsämtern und BVG im Juni schwerpunktmäßig Falschparker kon­trolliert. Festgestellt wurden 3570 Verstöße. In 177 Fällen mussten Fahrzeuge kostenpflichtig umgesetzt werden.

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