Terror-Razzia

Berliner Polizei hebt Waffenlager bei Islamisten aus

Ein polizeibekannter 40-Jähriger könnte Anschlag geplant haben. Er hatte auch Kontakte zu umstrittener Moschee.

Berlin. Der Berliner Polizei ist ein bedeutender Schlag gegen die Berliner Islamistenszene gelungen. Beamte beschlagnahmten bei einer Razzia in der Nacht zum Mittwoch bei einem vorbestraften 40-jährigen Deutschen Gewehre und mehr als 20.000 Schuss Munition unterschiedlichen Kalibers. Die Polizei durchsuchte vier Objekte in Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Der 40-Jährige, der türkische Wurzeln hat, wurde in Kreuzberg in einer Shisha-Bar festgenommen. Er leistete keinen Widerstand. Der Mann wird der islamistischen Szene zugerechnet, spielt nach Informationen der Berliner Morgenpost aber eher eine Nebenrolle. Die Ermittler gehen vielmehr dem Verdacht nach, dass der Mann mit Waffen gehandelt hat. Erst im März war er wegen Waffenbesitzes zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Bereits Ende Juni war in Charlottenburg ein Drogenhändler festgenommen worden

Der Einsatz war das Ergebnis gemeinsamer mehrmonatiger Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft und der Polizei Berlin. Bei den durchsuchten Orten soll es sich um die Meldeanschrift und den tatsächlichen Aufenthaltsort des Festgenommenen handeln sowie um den Aufenthaltsort seiner ehemaligen Lebenspartnerin. Außerdem wurden Geschäftsräume des Mannes durchsucht.

Die Ermittler waren im Zuge eines anderen Verfahrens des Drogendezernats auf den Mann aufmerksam geworden. Bereits Ende Juni war in Charlottenburg ein Drogenhändler festgenommen worden. Die Polizei beschlag-nahmte damals Rauschgift im Wert von drei Millionen Euro sowie diverse scharfe Waffen. Ermittlungen in dem Umfeld des Mannes führten die Beamten nun zu dem mutmaßlichen Waffenhändler.

Der 40-Jährige wird laut Staatsanwaltschaft im "weitesten Sinn" der Islamistenszene zugerechnet. Die Polizei sprach von Zugehörigkeit zum "islamistischen Umfeld". Die Behörden schließen nicht aus, dass der Mann selbst eine Anschlagsidee verfolgt haben könnte oder die Waffen an andere weitergeben wollte. "Die Kombination aus Moscheen, Drogen und scharfen Schusswaffen hatte für uns höchste Sensibilität zur Folge", sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. "Wir mussten schnell handeln."

Der Festgenommene stammt aus dem Umfeld der Ibrahim-al-Khalil-Moschee

Der Zugriff sei erfolgt, weil es Erkenntnisse zu "gesteigerter Gewaltbereitschaft im familiären Umfeld" gegeben habe, hieß es. Nach Informationen der Berliner Morgenpost stammt der Festgenommene aus dem Umfeld der Ibrahim-al-Khalil-Moschee in Tempelhof. Sie wird im Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Salafisten genannt. Einige ihrer Besucher sollen in den vergangenen Jahren in vom IS kontrollierte Kampfgebiete nach Syrien gereist sein.

Der CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger sagte: "Der Zugriff von heute Früh zeigt, dass die Ermittlungsbehörden wachsam sind." Jetzt müssten die Beweise ausgewertet werden, "um mögliche Komplizen zu identifizieren". Der FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe betonte, der Fund der Polizei zeige einmal mehr deutlich, "dass das Problem nicht bei legalen Sportwaffen liegt, sondern bei den Zehntausenden illegalen Waffen bis hin zu Kriegswaffen, die in diesen Milieus im Umlauf sind".

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