Zugverbindungen

Brandenburg plant mehr Regionalzüge nach Berlin

Brandenburg will die Zahl der Zugverbindungen nach Berlin erhöhen. Auch neue Strecken und eine bessere Fahrradmitnahme sind geplant.

Geht es nach dem Land Brandenburg verbinden künftig noch mehr Züge Berlin mit dem Umland (Archiv)

Geht es nach dem Land Brandenburg verbinden künftig noch mehr Züge Berlin mit dem Umland (Archiv)

Foto: David Heerde

Potsdam.  Brandenburg will den Nahverkehr in den kommenden Jahren massiv ausbauen, einen konkreten Zeitplan dafür gibt es allerdings noch nicht. „Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur – damit reagieren wir auf die steigende Nachfrage im ganzen Land“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Montag.

Die Zahl der Fahrgäste in den Bahnen des Landes hat sich in den vergangenen vier Jahren von täglich 195.000 auf 280.000 deutlich erhöht. Das entspricht der höchsten Steigerung im Bundesvergleich. Das Angebot ist dabei nicht in gleichem Maß mitgewachsen. Schon heute sind einige Bahnstrecken überlastet. Dazu gehören die Strecken von Potsdam, Neuruppin, Fürstenwalde und Cottbus nach Berlin.

70 Millionen Euro für zusätzliche Bahnverbindungen nach Berlin

Den Grund für die steigende Nachfrage nach Angeboten des öffentlichen Schienennahverkehrs bildet das Bevölkerungswachstum in Berlin und im Speckgürtel, der inzwischen auch die sogenannten Städte der zweiten Reihe, wie Eberswalde und Brandenburg an der Havel erreicht. „Selbst in den Gegenden, in denen die Bevölkerung nach wie vor zurückgeht, gibt es einen steigenden Bedarf“, sagte Schneider. Bis zu 70 Millionen Euro sollen jährlich in ein verbessertes Angebot fließen.

Die Landesregierung plant in den kommenden Jahren eine Reihe von Streckenausbauten und Taktverdichtungen auf bestehenden Verkehrswegen. So sollen künftig in der Hauptverkehrszeit drei statt zwei Regionalzüge zwischen Potsdam und Berlin pendeln. Außerdem soll es eine neue Direktverbindung zwischen Potsdam und Spandau geben. Von Nauen aus soll es künftig vier statt drei Fahrten pro Stunde in Richtung Berlin geben.

Auch der BER soll besser angebunden werden

Im Südosten der Stadt geht es vor allem um die Anbindung des künftigen Großflughafens BER an den öffentlichen Nahverkehr. Hier plant das Verkehrsministerium eine zusätzliche Linie zwischen Ludwigsfelde und Schönefeld und eine zusätzliche Strecke von Oranienburg zum Flughafen. Anbindungen soll es auch aus Dessau und Nauen im Westen Berlins an den BER geben. Außerdem soll er S-Bahntakt der Linien S45 und S9 verdichtet werden – und der neue Flughafenexpress (FEX) soll alle 30 Minuten vom Hauptbahnhof zum Airport pendeln.

„Das ist nicht nur fluggastaffin sondern auch arbeitsplatzaffin“, begründete Schneider die Einbeziehung vor allem von Ludwigsfelde und Oranienburg in die Planungen. Ludwigsfelde im Süden Berlins gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten Deutschlands. Hier haben Mercedes-Benz und Rolls Royce wichtige Produktionsstandorte aufgebaut. In Oranienburg im Norden hat der japanische Pharmakonzern Takeda gerade die Produktion für 100 Millionen Euro ausgebaut.

Engstellen sollen zweigleisig ausgebaut werden

Um den Anstieg an Fahrgästen bewältigen zu können, sind zudem hohe Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes nötig. Dabei geht es vor allem um den zweigleisigen Ausbau an einigen Engpässen. Dazu gehören die Strecken zwischen Spandau und Nauen, die Potsdamer Stammbahn, des Prignitz Express, des Regionalexpress von Brandenburg an der Havel über Berlin bis Frankfurt (Oder) und die Strecke Berlin – Cottbus mit dem Knotenpunkt Königs Wusterhausen.

Nach Angaben der Verkehrsministerin findet zwar ein Großteil des Ausbaus um die Metropolenregion herum statt. In der Folge seien aber auch Verbesserungen für das ganze Land zu erwarten, da der Schienenverkehr besser in die ländlichen Regionen geleitet werden kann.

Noch mehr Platz für Fahrräder im Zug

Der Ausbau des Schienennahverkehrs in Brandenburg soll auch mit einer Reihe von Qualitätsverbesserungen einhergehen. Die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin und Brandenburg, Susanne Henckel, stellte am Montag neue Haltepunkte, zum Beispiel in Elstal und Eberswalde, in Aussicht. Mehr Klappsitze sollen zudem mehr Platz für Radmitnahme in den Zügen schaffen.

In den kommenden sechs Wochen können alle Beteiligten und Interessierten den Entwurf des Verkehrsplans einsehen und eigene Verbesserungsvorschläge einbringen.

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