Kältehilfe

Senat will Obdachlose im Flughafen Tempelhof unterbringen

Rund 100 Obdachlose sollen im Rahmen der Kältehilfe in Hangars am ehemaligen Flughafen Tempelhof ziehen. Dort leben noch Flüchtlinge.

Flüchtlinge in der Notunterkunft in einem Hangar am ehemaligen Flughafen Tempelhof

Flüchtlinge in der Notunterkunft in einem Hangar am ehemaligen Flughafen Tempelhof

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Der Berliner Senat plant laut RBB im Rahmen der Kältehilfe, rund hundert Obdachlosen Platz in den Hangars am ehemaligen Flughafen Tempelhof anzubieten.

Deswegen bahne sich nun Streit mit dem Betreiber der dortigen Flüchtlingsunterkunft, die soziale Dienstleistungs-GmbH Tamaja, an. Tamaja wolle die Obdachlosen erst aufnehmen, wenn die Flüchtlinge ausgezogen sind, so der RBB. Viele Flüchtlinge müssten dort seit mittlerweile zwei Jahren in äußerst prekären Verhältnissen leben.

Gegenüber der Berliner Morgenpost verwahrte sich Tamaja am Donnerstag gegen den Vorwurf, keine Obdachlosen aufnehmen zu wollen. Sprecher Matthias Nowak sagte der Berliner Morgenpost, Tamaja habe der Senatssozialverwaltung seit Wochen sogar angeboten, bis zu 300 Übernachtungsplätze im Rahmen der Obdachlosenhilfe in den Hangars bereitzustellen – „sofern die 200 Flüchtlinge anderweitig untergebracht werden, die bis jetzt noch in den Hangars leben, und das seit knapp zwei Jahren“.

Das Argument, es gebe für die Flüchtlinge keine anderweitigen Unterkünfte, sei angesichts der Tatsache wenig glaubwürdig, dass praktisch über Nacht 400 Unterbringungsplätze für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Paulsternstraße (Spandau) gefunden worden seien. Auch diese Unterkunft betreibt Tamaja. „Erst am Montag hat uns der Staatsekretär darüber informiert. Unter anderem sind 80 Schulkinder betroffen, die nun in andere Bezirke umziehen sollen und die Schulen wechseln müssen.“

Rund 10.000 Obdachlose leben schätzungsweise derzeit in Berlin. Viele von ihnen kommen aus Osteuropa. In den vergangenen Wochen war eine Diskussion über aggressive Obdachlose in Berliner Parks entbrannt, vor allem um die Situation im Tiergarten.

Grünen-Rathauschef Stephan von Dassel hatte mit seinem in der Berliner Morgenpost öffentlich gemachten Ruf nach mehr Unterstützung durch den Senat sowie der Forderung, aggressive Obdachlose aus Osteuropa müssten abgeschoben werden, für politische Furore gesorgt.

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