Berlin

19-Jähriger stirbt nach Messerstecherei an Genthiner Straße

Mordkommission ermittelt nach dem Tod eines Rumänen. Zusammenhang mit Revier-Streitigkeiten im Rotlichtmilieu wird geprüft

Ein Toter und ein Schwerverletzter – das ist die Bilanz einer gewalttätigen Auseinandersetzung am frühen Mittwochmorgen in Tiergarten. Nach ersten Erkenntnissen gerieten an der Genthiner Straße mehrere Männer in einen lautstarken Streit, der in eine Messerstecherei mündete. Anwohner alarmierten daraufhin um kurz nach Mitternacht die Polizei. Die fand beim Eintreffen nur noch die zwei 19 und 27 Jahre alten, durch Messerstiche schwer verletzten Männer vor. Von den Tätern fehlte jede Spur. Das jüngere Opfer erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen Verletzungen, der Zustand des Älteren wurde am Mittwoch als kritisch beschrieben. Bei den Männern handelt es sich um Rumänen. Zu den Hintergründen der Tat konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte eine Polizeisprecherin. Aufgrund der Nationalität der Opfer könne ein Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu im Bereich der Kurfürstenstraße nicht ausgeschlossen werden, so ein Ermittler. Konkrete Hinweise darauf gebe es derzeit allerdings nicht.

Viele der teilweise minderjährigen Prostituierten, die sowohl an der Kurfürstenstraße wie auch an etlichen Nebenstraßen rund um die Uhr auf Freier warten, stammen aus Osteuropa, vor allem aus Rumänien, Bulgarien und der Ukraine. In den vergangenen Jahren kam es dadurch immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen angestammten Zuhältergruppen und Banden aus Ost- und Südosteuropa, die in die Szene drängten. Mitten im Rotlichtmilieu liegt zwischen Kurfürstenstraße und Landwehrkanal auch die Genthiner Straße mit dem Tatort.

Die erbitterten Auseinandersetzungen der rivalisierenden Banden werden mit aller Härte geführt, immer wieder kommen dabei auch Schusswaffen zum Einsatz. "Es geht um die Vorherrschaft im Revier und um viel, viel Geld", beschreibt ein Fahnder des Landeskriminalamtes (LKA) die Situation.

Im aktuellen Fall hat noch in der Nacht die 6. Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Die Genthiner Straße blieb während der Arbeit der Spurensicherung zwischen Landwehrkanal und Lützowstraße stundenlang gesperrt. Untersucht wurde dabei auch ein Pkw, ob er den Opfern oder den Tätern zugeordnet werden kann, blieb zunächst unklar.

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