Berlin

Ex-Staatssekretär Holm arbeitet als Berater für Senat

Nach seinem Rücktritt als Baustaatssekretär ist der stasibelastete Stadtsoziologe Andrej Holm erneut für den Berliner Senat tätig. Wie erst jetzt bekannt wurde, arbeitet der 47-Jährige bereits seit März in einem wichtigen Beratergremium von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) mit. Der 29 Experten umfassende sogenannte Begleitkreis soll bis Ende 2018 den Stadtentwicklungsplan 2030 mitgestalten, in dem es vor allem um Konzepte für den Wohnungsbau in der wachsenden Stadt geht.

Das Gremium umfasse Fachleute aus der Stadtgesellschaft, sagte eine Sprecherin Lompschers am Montag. Die wohnungspolitische Kompetenz Holms sei unbestritten. Er sei bei dem Thema ein wichtiger Akteur, was seine Mitarbeit rechtfertige. Laut Senatsverwaltung kam der Begleitkreis erstmals im März zusammen und tagte seither mehrmals.

Lompscher hatte den Wissenschaftler beim Start von Rot-Rot-Grün im Dezember 2016 zu ihrem Staatssekretär gemacht, was die Koalition erheblich belastet hatte. Nach wochenlanger Debatte über falsche Angaben zu seiner Stasi-Tätigkeit in der Wendezeit trat Holm Mitte Januar zurück. Zuvor hatte Regierungschef Michael Müller (SPD) damit gedroht, Holm entlassen zu wollen. CDU-Fraktionschef Florian Graf sprach angesichts der neuen Aufgabe Holms von einem „Skandal“. Sein FDP-Kollege Sebastian Czaja sagte: „Nach der Entlassung von Holm holt die Linke ihn nun über die Hintertür wieder an den Tisch der Entscheider.“ Müller müsse die Linke in die Schranken weisen. AfD-Fraktionschef Georg Pazderski forderte den Rücktritt Lompschers. Sie sei nicht länger als Senatorin tragbar. Holm ist formal bei der Humboldt-Universität angestellt, dort bis Ende 2018 unbezahlt beurlaubt. Er fungiert auch als Berater der Linken im Abgeordnetenhaus.