Berliner Polizei

Razzia bei arabischer Großfamilie wegen Autovermietungen

Hintergrund der Razzien sollen Geschäfte mit Luxus-Autovermietungen sein, die offenbar über Strohmänner laufen.

Polizisten führen bei einer Razzia einen Mann ab (Archivbild)

Polizisten führen bei einer Razzia einen Mann ab (Archivbild)

Foto: Paul Zinken / dpa

Beamte der Berliner Polizei haben am Donnerstagmorgen mehrere Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht. Ermittelt wird offenbar gegen eine arabische Großfamilie, die ihr Geld mit der Vermietung von Luxusfahrzeugen verdienen soll. Fünf Beschuldigten wird nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft die Unterschlagung mehrerer hochwertiger Luxusautos vorgeworfen. Darunter Autos der Marken Mercedes, Audi und Lamborghini. Insgesamt haben die 31. Einsatzhundertschaft und Beamte des Landeskriminalamtes zehn Wohnungen und Geschäftsräume in Charlottenburg, Schöneberg, Steglitz, Neukölln und Treptow durchsucht.

"Es wurden Beweismittel wie etwa Computer und Geschäftsunterlagen sichergestellt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Festnahmen habe es keine gegeben. Nach Informationen der Berliner Morgenpost befindet sich einer der Verdächtigen aber bereits seit längerer Zeit in Haft. Durchsucht wurden unter anderem das Autocenter Steglitz an der Gutsmuthstraße und die Firma Upper Cars Premium an der Lietzenburger Straße in Charlottenburg. Der Geschäftsführer von Upper Cars soll ein Mitglied der arabischen Großfamilie A. sein. Zudem wurde unter anderem auch eine Wohnung an der Fraunhofer Straße in Charlottenburg durchsucht. Die hochwertigen Autos sollen von der Autovermietung Upper Cars Premium vermietet und die Mietverträge dann fristlos gekündigt worden sein. Von den Autos aber fehlt jede Spur. Daher vermutet die Staatsanwaltschaft Unterschlagung.

Nach Angaben eines Beamten ist diese Vorgehensweise bereits bekannt. Diese Autovermietungen sollen Autos in großen Stückzahlen kaufen und melden dann plötzlich drei der Fahrzeuge als gestohlen. Oder sie werden vermietet und die "Mieter" nutzen die Autos für Verbrechen. Anschließend seien die teuren Limousinen verschwunden. Die Autovermietung ist bei der Staatsanwaltschaft in Berlin und in Kassel nicht unbekannt. Ein weißer VW Phaeton dieser Autovermietung soll Ende Februar 2016 bei einem versuchten Juweliereinbruch mit einem gestohlenen Kennzeichen genutzt worden sein. Wie das Polizeipräsidium Nordhessen damals meldete, hatten die Täter früh um 5 Uhr die Schaufensterscheibe mit einer Axt eingeschlagen. Sie flüchteten mit dem Fahrzeug, ließen dieses dann nach einem Unfall auf der A 7 stehen und flüchteten zu Fuß weiter. Im Rahmen der Ermittlungen wurde auch die Autovermietung durchsucht.

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