Aufräumarbeiten

Berliner Feuerwehr nach "Xavier" weiter im Ausnahmezustand

Die Nachwehen von "Xavier" halten die Berliner Feuerwehr weiter auf Trab. Die Einsatzzahlen sind höher als beim "Jahrhundertregen".

Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr am Donnerstag am Kudamm

Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr am Donnerstag am Kudamm

Wegen der Aufräumarbeiten nach Orkan "Xavier" war die Berliner Feuerwehr auch am Sonnabend noch im Ausnahmezustand. Bis zum Mittag seien die Einsatzkräfte zu 2750 unwetterbedingten Einsätzen ausgerückt, twitterte die Feuerwehr. 350 Einsätze seien noch nicht abgearbeitet.

Nach Angaben der Leitstelle war noch völlig unklar, wann der Ausnahmezustand aufgehoben werden kann. Vor Sonnabendnachmittag sei nicht daran zu denken, sagte ein Sprecher.

Einer der vielen Einsätze am Sonnabend: In Lichterfelde droht ein Baum auf ein Haus zu stürzen. Die Feuerwehr schickte einen Kran, um den Baum zu stabilisieren:

Bei Twitter schrieb die Berliner Feuerwehr, die Einsätze dauerten "aufgrund der enormen Größe der Bäume alle sehr lang". An der Weserstraße in Neukölln waren zwölf Feuerwehrleute im Einsatz, um die Straße von einem Baum zu befreien:

Per Drehleiter wurde in Zehlendorf ein Baum gesichert:

Bei Twitter dankte die Berliner Feuerwehr für die Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) und den Kräften der Freiwilligen Feuerwehren:

Schweres technisches Gerät sei im Dauereinsatz, hieß es weiter. Für Drehleitermaschinisten sei der Einsatz kein einfacher Job, so die Polizei:

Immer neue Meldungen gehen bei der Feuerwehr ein

Neben Dutzenden Einsätzen aus den vergangenen 40 Stunden, die die Feuerwehr noch abarbeiten musste, kamen noch immer neue Meldungen hinzu. Viele hätten die Sturmschäden erst im Hellen gesehen und gemeldet, sagte der Sprecher. Auf Twitter hatte die Feuerwehr dazu aufgerufen, nur in Notfällen einen Notruf abzusetzen.

Als die Feuerwehr im Juni beim "Jahrhundertregen" den Ausnahmezustand ausgerufen hatte, war sie zu etwa 1400 wetterbedingten Einsätzen ausgerückt. Der Unterschied bei den Aufräumarbeiten liege vor allem in der Art der Schäden, erklärte der Feuerwehrsprecher. "Regen liegt dann einfach auf dem Boden und zieht sich irgendwann selbstständig zurück - abgeknickte Bäume und Äste tun das nicht".

Sturm "Xavier" war am Donnerstag mit bis zu 122 Kilometern pro Stunde über Norddeutschland gezogen. Das Sturmtief hatte mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Eine Frau starb in Berlin-Tegel, in Brandenburg kamen vier Menschen ums Leben.

Das hat Sturmtief "Xavier" angerichtet

Das hat Sturmtief "Xavier" angerichtet

Berliner S-Bahn-Verkehr weiter eingeschränkt

Auch im Berliner S-Bahn-Verkehr gab es am Morgen wegen vorhandener Unwetterschäden Einschränkungen bei mehreren Linien:

  • S 1 verkehrt zwischen Botanischer Garten <> Waidmannslust und Hohen Neuendorf <> Oranienburg (SEV Waidmannslust <> Hohen Neuendorf)
  • SEV Nikolassee <> Botanischer Garten wegen Bauarbeiten.
  • S 2 verkehrt zwischen Lichtenrade <> Priesterweg und Südkreuz <> Buch (SEV Blankenfelde <> Lichtenrade, Priesterweg <> Südkreuz sowie Buch <> Bernau)
  • S 25 verkehrt zwischen Teltow Stadt <> Priesterweg sowie Südkreuz <> Tegel (SEV Priesterweg <> Südkreuz sowie U Alt-Tegel + S Tegel <> Hennigsdorf)
  • S 3 verkehrt zwischen Köpenick <> Westkreuz (20-Minutentakt)
  • SEV Erkner <> Köpenick wegen Bauarbeiten.
  • S 41/42: Der Ersatzverkehr zwischen Westend und Gesundbrunnen verkehrt nicht.
  • S 7 verkehrt zwischen Ahrensfelde <> Potsdam Hbf (20-Minuten-Takt)

Zoo und Tierpark nach Sturm wieder offen - Laub satt für die Tiere

Zwei Tage nach Orkan "Xavier" haben der Zoologische Garten und der Tierpark in Berlin am Sonnabend wieder regulär aufgemacht. Die beiden Anlagen hatten am Donnerstag wegen des Sturms geschlossen und waren auch Freitag zu geblieben, da Sturmschäden viele Wege blockiert und Gehege beschädigt hatten. Am Zoo seien nur noch geringe Schäden sichtbar, sagte ein Mitarbeiter. Herabstürzende Äste hatten dort 18 Flamingos erschlagen. Die sensiblen Vögel hatten sich zuvor geweigert, in ihre Stallungen zu gehen.

Auch im Tierpark in Friedrichsfelde waren die meisten umgeknickten Bäume und Äste am Sonnabend beseitigt. Nur ein Weg war noch gesperrt. Für einige Bewohner des Tierparks hatte der Orkan durchaus sein Gutes - denn die Grünabfälle wurden nicht einfach weggeworfen, sondern verfüttert. "Die Laubfresser freuen sich über viel frisches Futter", sagte ein Mitarbeiter. Unter anderem Giraffen, Hirsche und Antilopen schlugen sich die Bäuche mit den abgebrochenen Ästen voll.

Viele Parks und Gärten in Brandenburg weiter geschlossen

In Brandenburg bleiben am Sonnabend viele Parks geschlossen. Es werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Verkehrssicherheit wieder gegeben sei, hieß es bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Allerdings konnten in Potsdam einige Schlösser wie Sanssouci, das Neue Palais und Schloss Babelsberg oder in Berlin das Schloss Charlottenburg wieder öffnen.

Im Wildpark Schorfheide (Kreis Barnim) nördlich von Berlin mussten dagegen die geplante Wolfsnacht und das Hirschfest abgesagt werden. Der Wildpark Johannismühle in Baruth im Landkreis Teltow-Fläming blieb am Sonnabend zu, wollte aber am Sonntag wieder öffnen. Der Sturm hatte zahlreiche Bäume umstürzen lassen, zudem drohen nun weitere Äste aus den Baumkronen zu fallen.

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