Orkan „Xavier“ hat dramatische Folgen

Am Nachmittag trifft Sturmtief „Xavier“ mit voller Wucht auf Berlin. Umgestürzte Bäume blockieren Straßen, Chaos auf vielen Bahnhöfen

Sturmtief „Xavier“ ist mit Wucht auf Berlin getroffen und hat für Chaos auf den Straßen gesorgt. „Xavier“ hat am Donnerstagnachmittag innerhalb weniger Stunden unzählige Dächer zerstört, Bäume entwurzelt und Autos zerdrückt. Am Schwarzen Weg in der Nähe des Tegeler Sees wurde ein Frau von einem Baum erschlagen. Sie war in der Nähe der Akademie des Auswärtigen Amtes in der Villa Borsig aus einem Auto gestiegen, nachdem herabgefallene Hindernisse sie und ihre zwei Begleiter an der Weiterfahrt gehindert hatten — die zwei Begleiter wurden teils schwer verletzt. Auch am Adlergestell und in Plänterwald (Treptow-Köpenick) wurden insgesamt fünf weitere Menschen verletzt, weil Bäume auf ihre PKWs fielen.

In Brandenburg forderte der Orkan mindestens vier Todesopfer: Auf der L19 zwischen Lindow und Schönberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin krachten um kurz vor 17 Uhr Äste auf ein Fahrzeug. Dabei kam ein 26-jähriger Beifahrer ums Leben. Wenige Minuten später fuhr ein Auto im Landkreis Oberhavel in einen Graben, anschließend stürzte ein Baum auf den Pkw. Die 54-jährige Fahrerin wurde dabei tödlich verletzt. Gegen 18 Uhr stürzte auf der Kreisstraße zwischen Merz und Ragow (Oder-Spree) ein Baum auf ein fahrendes Auto. Dabei wurde ein 33-Jähriger tödlich verletzt. Ein 72-jähriger Fußgänger starb, als er gegen 18 Uhr Äste von der B1 im Landkreis Märkisch-Oderland zwischen Müncheberg und Hoppegarten räumen wollte. Er wurde von einem Baum erschlagen.

Der Berliner Nahverkehr kam zeitweise komplett zum Erliegen. Durch den Sturm drängten sich vor allem in den großen Umsteigebahnhöfen der S- und U-Bahn Tausende Menschen. Die Berliner Feuerwehr fuhr mehr als 1250 Einsätze, um umgestürzte Bäume von Dächern, Autos und Straßen zu entfernen. In Kreuzberg stürzte ein Baum auf die Sankt-Martha-Kirche an der Glogauer Straße. Am U-Bahnhof Güntzelstraße in Wilmersdorf zerstörte ein umgestürzter Baum den Eingang zur U-Bahnstation. Am Berliner Hauptbahnhof war die Lage am Donnerstagabend chaotisch. Rund 200 Menschen standen im Eingangsbereich herum. Die Bahn stellte einen Schlafwagen bereit, der schon nach kurzer Zeit voll gewesen sei, erklärte ein Bahn-Mitarbeiter.

Gegen 19 Uhr wurde die Unwetterwarnung für Berlin bereits wieder aufgehoben. Erste S- und U-Bahnen fuhren wieder. Die BVG kündigte an, die Aufräumarbeiten könnten sich bis in den Berufsverkehr am Freitagmorgen ziehen.