Wahlen

Berlin-Marathon behindert Sender bei Wahlberichterstattung

Berlin. Mehrere TV-Sender können wegen des Marathons am Sonntag nicht über die Bundestagswahl vom Berliner Reichstag aus berichten. Wie das Bezirksamt Mitte am Dienstag mitteilte, hätten nicht alle Übertragungswagen in der unmittelbaren Umgebung des Gebäudes Platz. Als Ersatz soll für sieben Sender mit neun Übertragungswagen der Washingtonplatz am Hauptbahnhof dienen. Weitere Sender verwies das Amt nach eigenen Angaben an Parteizentralen und Landesvertretungen.

Probleme hatten in erster Linie ausländische TV-Sender, die keine Dauerakkreditierung besitzen. Nach einem Bericht des "Tagesspiegels" wurden sie mit ihren Standortanfragen von der Bundestagsverwaltung an das Bezirksamt verwiesen; dieses habe sie wieder zum Bundestag zurückgeschickt.

Die zuständige Bezirksstadträtin Sabine Weißler bezeichnete dies später als Missverständnis. Dennoch heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Amtes: "Die bei allen früheren Wahlen geübte Praxis, dass die Bundestagsverwaltung die Medienanfragen sammelt und koordiniert, wurde in diesem Jahr nicht umgesetzt."

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert, dass die Bundestagsverwaltung nicht die Koordination übernommen habe. "Wir sprechen hier von einer Bundestagswahl", betonte DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Vor allem durch die AfD habe sie in diesem Jahr eine hohe Bedeutung für ausländische Medien.

Üblicherweise berichten die Fernsehsender bei der Bundestagswahl von der Scheidemannstraße, der Reichstagswiese und der Paul-Löbe-Allee aus. Das ist aufgrund der Marathon-Absperrungen in diesem Jahr nicht möglich.

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