Schulbeginn

Erster Schultag für Erstklässler: Zu wenig Platz an Schulen

Für 31.880 Berliner Erstklässler ist am Montag regulärer Unterrichtsbeginn. Die Schulen beklagen Raumknappheit.

Schüler beim Matheunterricht

Schüler beim Matheunterricht

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

An diesem Sonnabend werden die Straßen wieder mit Erstklässlern bevölkert sein, die vollgepackte Schultüten im Arm halten. Für knapp 32.000 Berliner Kinder beginnt mit der Einschulungsfeier die Schulzeit. Der erste Schultag ist für die Lernanfänger dann am Montag, eine Woche nach dem regulären Unterrichtsbeginn.

Nach den Schätzungen der Senatsverwaltung für Bildung werden in diesem Schuljahr etwa 50 Kinder weniger als im Vorjahr eingeschult. Allerdings steht die tatsächliche Zahl noch nicht fest. Die lässt sich erst erheben, wenn die Schulen in den kommenden Wochen melden, wie viele der angemeldeten Kinder dort wirklich angekommen sind. Ungewiss ist laut Verwaltung beispielsweise noch die Zahl der Kinder, die von der Schulpflicht zurückgestellt wurden und noch ein Jahr länger in die Kita gehen. 2016 hatte die Zahl der Rückstellungen einen absoluten Rekordwert von 8500 Kindern erreicht.

Dieses Schuljahr wurde nun der Stichtag um ein halbes Jahr nach hinten verlegt, sodass die Kinder nicht mehr mit fünfeinhalb Jahren eingeschult werden, sondern in der Regel mit sechs Jahren. Schulpflichtig werden alle Kinder, die bis zum 30. September ihren sechsten Geburtstag haben.

"Unsere Schulen leiden zunehmend unter der Raumknappheit"

Fest steht, dass es an vielen Schulen eng wird. Eine stichprobenartige Abfrage der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat ergeben, dass 18 von 33 abgefragten Grundschulen zusätzliche Klassen einrichten mussten. An 17 Grundschulen mussten die Lerngruppen der Schulanfänger wegen der wachsenden Schülerzahl größer werden als im Vorjahr. "Unsere Schulen leiden zunehmend unter der Raumknappheit und müssen deswegen immer mehr ihre pädagogischen Konzepte über Bord werfen. Die wachsende Stadt macht sich in den Schulen bemerkbar", sagte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW.

Besonders betroffen ist unter anderem Mitte. Dort kam es nun zu einem weiteren Problem: Am Freitag meldete der Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU), dass drei Klassenräume der Albert-Gutzmann-Grundschule in Wedding wegen zu hoher PCB-Belastung gesperrt werden mussten. Der Schadstoff kann die Gesundheit chronisch schädigen. Bei einer Probemessung nach einer Grundreinigung der Räume sei es zu einer Überschreitung des zulässigen Grenzwertes gekommen. Der Schulbetrieb sei jedoch ab Montag gesichert, betonte Spallek. Zunächst würden Horträume als Unterrichtsräume genutzt. Mittelfristig sollen dann einige Klassen in dem benachbarten ehemaligen Schulstandort an der Pankstraße unterrichtet werden, wo zwischenzeitlich Geflüchtete untergebracht waren.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) appellierte an die Eltern, ihr Kind durch ein positives Verhältnis zur Schule zu unterstützen: "Die Erwartungen von Eltern an Schule und Unterricht können unterschiedlich sein. Deshalb ist es wichtig, eine Vertrauensbasis zwischen Elternhaus und Schule zu entwickeln", so die Senatorin.

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