Mordfall Ewa K.

Tod einer Künstlerin: Angeklagter übernimmt Verantwortung

Vor Gericht hat der Angeklagte aus Belgien gestanden, auf Ewa K. eingestochen zu haben. An den Tathergang könne er sich nicht erinnern.

Das Gebäude des Landgerichts Berlin in der Turmstraße.

Das Gebäude des Landgerichts Berlin in der Turmstraße.

Foto: dpa

Berlin.  Nach tödlichen Messerstichen auf eine Künstlerin in Berlin-Kreuzberg hat ein damaliger Hauptstadt-Tourist vor dem Landgericht gestanden. Er könne „sich selbst nicht vergeben, dass es zu der Tat gekommen ist“, erklärte der 56-Jährige zu Prozessbeginn am Montag. Er habe die 41 Jahre alte Frau nur Stunden zuvor in einer Bar kennengelernt. Nach Alkoholkonsum und einvernehmlichem Sex sei es zu einem handfesten Streit gekommen. An die Messerstiche habe er aber keine Erinnerung, sagte der IT-Manager aus Belgien. Ihm wird unter anderem Totschlag vorgeworfen.

Es war laut Anklage 20.57 Uhr, als es am 17. März 2017 in der Wohnung der Frau zu einem heftigen Streit kam, „der gegen 21.05 Uhr in einer körperlichen Auseinandersetzung mündete“. Der Mann habe schließlich mit seinem Taschenmesser auf Hals, Oberkörper und Arme der 41-jährigen Malerin eingestochen.

Wie sein Messer ins Spiel kam, wisse er nicht

Die Mutter eines Sohnes starb noch in der Wohnung. Der Belgier soll vor seiner Flucht eine Couch angezündet haben, um Spuren der Tat zu beseitigen. Der Angeklagte, der seit Jahren alkoholabhängig sein soll, hatte sich drei Tage nach dem Geschehen in seinem Heimatland der Polizei gestellt.

Der Mann sagte, er sei in Panik aus der Wohnung geflohen. „Ich wollte die Frau nicht umbringen.“ Als er im Wohnzimmer aus Versehen ein Glas Rotwein umgekippt habe, sei die wie er angetrunkene Frau „sehr wütend geworden“. Er erinnere sich bruchstückhaft an eine Rangelei. Die Künstlerin habe ihn gebissen. „Da habe ich sie geschlagen.“ Wie sein Messer ins Spiel kam, wisse er aber nicht. Dass er Feuer gelegt haben soll, könne er sich nicht vorstellen.

Nachbarn hatten den Brand entdeckt und die Feuerwehr gerufen. Für die Malerin aber kam jede Hilfe zu spät. Ihr zehnjähriger Sohn hielt sich nicht bei ihr auf. Der Prozess wird am 11. September fortgesetzt.

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