Etihad zieht Stecker

Air Berlins Vielfliegerprogramm Topbonus meldet Insolvenz an

Schlechte Nachrichten für Meilensammler: Air Berlins Programm Topbonus hat am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt.

Air Berlin-Maschinen in Tegel

Air Berlin-Maschinen in Tegel

Foto: Paul Zinken / dpa

Das Programm von Air Berlin zum Sammeln und Einlösen von Meilen war nach der Bekanntgabe der Air-Berlin-Insolvenz am 15. August bereits ausgesetzt worden. Nun macht Mehrheitseigentümer Etihad Topbonus wohl endgültig platt. „Topbonus, das Vielfliegerprogramm von Air Berlin, hat heute, am Freitag, den 25. August 2017, Insolvenzantrag gestellt“, heißt es in einer Pressemitteilung von Topbonus.

"Diese bedauerliche Entwicklung folgt auf die Entscheidung von Air Berlin von letzter Woche, Insolvenzantrag zu stellen. Aufgrund der aktuellen Situation von Air Berlin und dem unmittelbaren Zusammenhang für das Vielfliegerprogramm, hatte Topbonus keine andere Wahl, als diesen Schritt zu gehen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Sammeln und Einlösen von Meilen bleibe weiterhin außer Kraft, teilte das Unternehmen mit. Topbonus ist zu 70 Prozent in der Hand der arabischen Fluglinie Etihad, Air Berlin hält 30 Prozent.

Bereits am Donnerstag hatte Air-Berlin-Sanierer Frank Kebekus von einer möglichen Insolvenz der Topbonus gesprochen, da Etihad die Finanzierung eingestellt habe. Das Problem: Air Berlin bezahlt Topbonus für die Meilen, sobald diese von den Kunden eingelöst werden. Auf Grund der Insolvenz ist Air Berlin aber zahlungsunfähig, wohl auch deshalb wurde das Einlösen der Meilen eingestellt. Dem Vernehmen nach soll Air Berlin in der Vergangenheit bereits große Verbindlichkeiten gegenüber Topbonus angehäuft haben.

Wie es nun weitergeht, ist bisher völlig unklar. Laut Alexander Koenig von der Vielfliegerberatung First Class & More könnte eine Option sein, dass Etihad die Meilen in ihr eigenes Programm Etihad Guest überführt. So könne Etihad nach außen guten Willen zeigen und das mit überschaubarem Verlust, da die Meilen von Etihad weniger wert seien. „Etihad hätte das Gesicht gewahrt, denn dem Kunden wurde ein Transfer in das Programm einer Fünf-Sterne-Airline angeboten“, so Koenig, der vermutet, dass viele Kunden ihre Meilen verfallen lassen würden, da sie sich mit Etihad Guest nicht auskennen.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Schließung des Topbonus-Programms. „Allerdings würde Etihad damit für Jahre sämtlichen Kredit bei den betroffenen Vielfliegern verspielen, sodass ich diesen Schritt für weniger wahrscheinlich halte“, sagt Koenig. Laut allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen Meilen noch 18 Monate gültig sein, wenn das Programm nicht mehr fortgeführt wird. Unklar ist aber, was im Fall einer Insolvenz passiert.

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