Potsdamer Straße

Senator Lederer entfacht neue Diskussion um das Kulturforum

Linke-Senatoren sehen die Verkehrsachse Potsdamer Straße als zentrales Problem bei der Gestaltung des Kulturforums.

Das Kulturforum in Berlin

Das Kulturforum in Berlin

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Kultursenator Klaus Lederer stößt eine neue Diskussion über die Gestaltung des Kulturforums am Potsdamer Platz an. Die städtebauliche Situation sei unbefriedigend, sagte der Linke-Politiker der Berliner Morgenpost. Sie werde auch nicht allein dadurch verbessert, dass dort das Museum der Moderne errichtet wird. Ein zentrales Problem sei die Verkehrsachse Potsdamer Straße.

„Die Debatte ist wichtig und wird geführt. Ist es sinnvoll, das Museum der Moderne dort zu bauen und ansonsten das städtische Areal mit allen Problemen so zu belassen? Die Potsdamer Straße zerteilt das Kulturforum. Wir werden doch Lösungen finden, um diesem Ort zu mehr Leben und Aufenthaltsqualität zu verhelfen“, sagte Lederer im Morgenpost-Interview.

Allerdings will die rot-rot-grüne Landesregierung die wichtige Verkehrsader in Verlängerung der Leipziger Straße nicht grundsätzlich infrage stellen. „Erst einmal ist sie Realität“, räumt auch der Kultursenator ein. Die Gestaltung des Bereiches werde dort jedoch in den nächsten Jahren im Zusammenhang mit Bau- und Sanierungsvorhaben immer wieder Thema sein. „Ich habe mit Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher gesprochen. Wir wollen einen Prozess anschieben, gemeinsam mit allen Anrainern am Kulturforum perspektivisch die kulturelle Belebung des Ortes voranzubringen. Beides muss zusammengedacht werden“, sagte er.

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Kultursenator will Anrainer an einen Tisch bringen

Lederers Vorstoß verändert die bisherige Haltung der Landesregierung zum Kulturforum. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte sich 2015 dagegen ausgesprochen, den Bau des Museums der Moderne von einem städtebaulichen Gesamtentwurf abhängig zu machen. Das würde 15 Jahre dauern. Der Kultursenator regt nun zunächst eine „Quartierskoordination“ an. Dazu will er die Anrainer an einen Tisch bringen, insbesondere die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Philharmoniker.

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Zum Kulturforum zählen neben Philharmonie und Kammermusiksaal auch Neue Nationalgalerie, Gemäldegalerie, Kunstgewerbemuseum und die Staatsbibliothek. In den kommenden zwei Jahren, so Lederer, möchte er die Diskussion führen, wie aus dem Gebiet ein echtes Kulturforum werden könne, das auch als solches sichtbar ist. Dazu gebe es Möglichkeiten, „bei denen Aufwand und Nutzen in einem positiven Verhältnis stehen“. Denkbar seien etwa Open-Air-Kulturveranstaltungen, zum Beispiel Konzerte, auch unter Beteiligung der Philharmoniker, oder eine Freiluftgastronomie. In diesem Zusammenhang müsse aber auch darüber gesprochen werden, ob es eine bessere Verkehrslösung für den Bereich gibt.

Keine Schließung oder Verlegung der Potsdamer Straße

Die Potsdamer Straße werde als Verkehrsachse gebraucht, sagte Petra Rohland, Sprecherin von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Eine Verlegung der Straße werde nicht erwogen, eine Schließung ebenso wenig. Der Planungsprozess für das Kulturforum sei noch nicht abgeschlossen, betonte auch Rohland. Richtig sei, dass die Potsdamer Straße den Stadtraum an dieser Stelle zerteile. Über bessere Überquerungsmöglichkeiten oder andere Ideen, die Aufenthaltsqualität am Kulturforum zu steigern, könne man diskutieren.

Klaus Lederer sprach sich gegenüber der Morgenpost auch dafür aus, die Spitzengehälter im Kulturbereich zu veröffentlichen „Ich gehe davon aus, dass wir eine gesetzliche Grundlage brauchen, um es rechtssicher zu gestalten“, erklärte er. Da es sich bei den Gehältern um Steuergeld handelt, sei Transparenz angebracht. „Und bei den Chefs der großen Landesbetriebe wird es ja auch längst praktiziert“, betonte der Kultursenator.