Freie Flächen

Gähnende Leere auf Marzahner Industriegebiet

600.000 Quadratmeter stehen im Clean Tech Business Park in Marzahn zur Verfügung. Doch die Ansiedlung stockt.

Unternehmen, die sich etwa um nachhaltige Mobilität, umweltfreundliche Energien oder Rohstoffeffizienz kümmern, sollen sich in Marzahn ansiedeln

Unternehmen, die sich etwa um nachhaltige Mobilität, umweltfreundliche Energien oder Rohstoffeffizienz kümmern, sollen sich in Marzahn ansiedeln

Foto: Jochen Tack / imago stock&people

Das größte zusammenhängende Gelände, auf dem Berlin freie Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen anbieten kann, ist der Clean Tech Business Park an der Bitterfelder Straße in Marzahn. 600.000 Quadratmeter netto stehen dort zur Verfügung. Unternehmen des produzierenden oder verarbeitenden Gewerbes, die sich etwa um nachhaltige Mobilität, umweltfreundliche Energien oder Rohstoffeffizienz kümmern, könnten sich dort ansiedeln. Wenn denn Musterkaufverträge existierten. Doch die gebe die Senatsfinanzverwaltung nicht frei, moniert die CDU.

"Für den Clean Tech Business Park Berlin bestehen seit fast einem Jahr Musterkaufverträge, die von der Senatsfinanzverwaltung – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – nicht weiterbearbeitet werden. Eine Entscheidung der Senatsverwaltung ist aber Voraussetzung, dass Gewerbetreibende dort Flächen übernehmen können", kritisierte Christian Gräff, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Kommentar: Der Senat als Bremser

Senatsverwaltung kündigt zügige Lösung an

Zwei größere Unternehmen, beide Zuliefererbetriebe für erneuerbare Energie, hätten konkretes Interesse, dort jeweils mehrere Zehntausend Quadratmeter zu kaufen, sagte Gräff der Berliner Morgenpost. Ein Unternehmen, das 30.000 Quadratmeter haben wollte, sei bereits abgesprungen.

Die Senatsfinanzverwaltung verweist darauf, dass zur Vergabe von Grundstücken im Clean Tech Business Park ein Koordinierungsgremium eingerichtet worden sei. Dort seien der Bezirk, die Senatsverwaltungen für Wirtschaft und Finanzen sowie die Wasserbetriebe als Miteigentümer vertreten. Die Vermarktungsfrage hänge nicht mit den Musterverträgen zusammen, erklärte ein Sprecher der Finanzverwaltung. Ein entsprechender Vertrag sei im Oktober 2016 nach Abstimmung mit allen Beteiligten an einen Interessenten versandt worden. Es gelte aber, finanzielle Risiken abzuwägen. In diesem Fall habe der Bezirk Bedenken angemeldet. Lösungen seien bereits erarbeitet worden, letzte Details "in der Klärung".

Der CDU-Abgeordnete Gräff sagt indes, es sei verwunderlich, dass der Senat auf bereits entwickelten Gewerbeflächen Ansiedlungen verzögere, wenn er doch der Meinung sei, dass der Flughafen Tegel auch aufgrund eines Gewerbeflächenmangels in Berlin zwingend geschlossen werden müsse.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.