Insolvenz

Team von Air Berlin sucht neuen Arbeitgeber

Nach der Insolvenz der Airline bewerben sich 60 Mitarbeiter samt Chef auf unkonventionelle Weise für einen neuen Job.

Während die Verhandlungen laufen, suchen Mitarbeiter von Air Berlin schon nach Job-Alternativen

Während die Verhandlungen laufen, suchen Mitarbeiter von Air Berlin schon nach Job-Alternativen

Foto: Sophia Kembowski/dpa

Eine Woche nachdem Air Berlin die Insolvenz beantragte, laufen die Verhandlungen über die Zerschlagung der Fluggesellschaft auf Hochtouren. Für etwa drei Monate ist der Flugbetrieb noch durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Doch die Unsicherheit scheint die 8500 Mitarbeiter zum Grübeln zu bringen. Zumindest die 60 Mitarbeiter des E-Commerce-Teams, die nun auf unkonventionelle Weise zusammen mit ihrem Chef geschlossen einen neuen Arbeitgeber suchen.

"Die Show muss weitergehen"

Für die Kampagne #HireUsAsATeam (Stellen Sie uns als Team ein) haben sie eine Website erstellt, auf der sie sich und ihre Arbeit potentiellen Interessenten vorstellen. Diese ist in unterschiedliche Fachbereiche unterteilt wie E-Mail-und Performance Marketing oder Produktmanagement. "Wir brauchen jetzt eine neue Herausforderung - brauchst du einen Boost für dein E-Commerce?" fragt auf der Website provokant Pascal Volz, der Vizepräsident der Abteilung. Bei dem Lob für seine Mitarbeiter hält er sich nicht zurück: "Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben und auf die Entwicklung von jedem einzelnen von uns", heißt es dort. Sein Team sei "hungrig" nach Innovationen und zögere nicht, jeden Tag neue Ideen auszuprobieren. Bei Air Berlin hätten sie gemeinsam einen "starken Teamgeist" entwickelt und die letzten Jahre seien eine "großartige Zeit" gewesen. Gleichzeitig schreibt er, dass die letzten Wochen für alle hart gewesen seien. "Aber wir geben niemals auf, unsere innere Stimme sagt uns: Die Show muss weitergehen!"

Weiter unten auf der Seite kann man die Referenzen der Abteilung einsehen. Dort kommen Fürsprecher wie Dienstleister und Multiplikatoren wie Karl Katz zu Wort. Dieser habe vor einigen Jahren einen Online-Marketing Manager von Air Berlin in der deutschen Hauptstadt getroffen und beschreibt diesen in seinem Beitrag folgendermaßen: "Diszipliniert, fokussiert und immer auch den Mitarbeiter, den Kunden und sogar den Vorgesetzten im Blick." Auf den Folgeseiten werden die verschiedenen Bereiche der Abteilung und deren jeweilige Erfolge vorgestellt. Deren Mitarbeiter werden anschließend mit einem Foto, der jeweiligen Funktion und einem Link zu ihrem Profil bei Xing oder Linkedin präsentiert.

Auch neue Perspektiven für Piloten

Auch für Piloten scheinen sich in der Hauptstadt neue Perspektiven zu eröffnen: Bei Facebook lud "Qatar Airways", die nationale Fluggesellschaft Katars, Piloten und Copiloten am 23. und 24. August zu einer Bewerbungsrunde im Berliner Maritim Hotel ein.

Während noch um die Zukunft der insolventen Airline gerungen wird, springt die Konkurrenz schon einmal in die zu erwartende Lücke. In einer Pressemitteilung erklärt die unabhängige Fluggesellschaft Germania, auf die "aktuellen Marktveränderungen" reagieren zu wollen und ihr Flugprogramm für die Sommersaison 2018 "anzupassen". Im "sich neu sortierenden deutschen Luftverkehr" wolle die Airline Reisenden eine Alternative bieten und verkehrsstarke Standorte wie Berlin, Düsseldorf und Nürnberg stärken. Vor allem das Angebot von Ferien-Zielen wie Mallorca, Portugal den oder den Kanarischen Inseln soll ausgebaut werden. Karsten Balke, der Geschäftsführer, verspricht "Planungssicherheit" und "selten gewordenen Komfort".

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