Nach Brandanschlägen

Bahnstrecken von Berlin nach Hamburg und Hannover gesperrt

Mitarbeiter der Bahn und der Kriminalpolizei untersuchen am Gleisbett einen Kabelschacht an der Bahnstrecke in der Nähe von Groß Behnitz bei Berlin

Mitarbeiter der Bahn und der Kriminalpolizei untersuchen am Gleisbett einen Kabelschacht an der Bahnstrecke in der Nähe von Groß Behnitz bei Berlin

Foto: Christian Pöhrmann/dpa

Die Züge von Berlin nach Hannover und Hamburg müssen wegen zweier Anschläge umgeleitet werden. Auch der Regionalverkehr ist betroffen.

Wegen zwei Brandschlägen auf Bahnanlagen im Großraum Berlin ist der Zugverkehr in Richtung Hamburg und Hannover eingeschränkt. Das teilte die Deutsche Bahn am Sonnabend mit.

Die Strecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover seien gesperrt, Züge würden über Magdeburg umgeleitet. Dabei komme es zu Verspätungen von rund einer Stunde, hieß es. Zur Dauer der Sperrung konnte eine Sprecherin zunächst nichts sagen.

Nach Angaben der Bundespolizei brannten am Samstagmorgen am Bahnhof Finkenkrug eine Signalanlage und am Bahnhof Groß-Behnitz, ebenfalls in Brandenburg, ein Kabelschacht. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, erklärte ein Sprecher, ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden. Neben dem Fern- war auch der Regionalverkehr betroffen: Gesperrt waren die Strecken Nauen-Falkensee und Rathenow-Wustermark.

Irrfahrten durch den Osten Deutschlands

Reisende berichteten von stundenlangen Wartezeiten und Irrfahrten durch den Osten Deutschlands. Ein Zug aus Hannover, der um 11.04 Uhr in Berlin ankommen sollte musste über Wittenberge umgeleitet werden, Dort es ging es jedoch nicht weiter, so dass der Zug über Schwerin und Neustrelitz Berlin erreichen soll. Geplante Ankunft sollte 16.30 Uhr sein.

„Die Stimmung reicht von Erschütterung bis Galgenhumor“, sagte ein Reisender des Zuges. Die Lage habe sich verschlimmert, als in Stendal Reisende eines anderen Zuges zusätzlich einstiegen, um gemeinsam nach Berlin transportiert zu werden. „Die Leute sitzen auf dem Boden“, berichtete der Augenzeuge. Die Bahn stellte kostenlos alkoholfreie Getränke zur Verfügung - allerdings nur, so lange der Vorrat im Bordrestaurant reichte.

( BM )