Mehrere Tote

Barcelona weckt schlimme Erinnerungen an Terror in Berlin

Ein Van rast gezielt in eine Menschenmenge. Es gibt Tote und Verletzte. Der Anschlag in Barcelona weckt in Berlin böse Erinnerungen.

Polizisten vor dem Lkw, mit dem Anis Amri am Breitscheidplatz in die Menschenmenge fuhr

Polizisten vor dem Lkw, mit dem Anis Amri am Breitscheidplatz in die Menschenmenge fuhr

Foto: Michael Kappeler / dpa

Ein Lieferwagen ist am Donnerstagnachmittag im Stadtzentrum von Barcelona in eine Menschenmenge gefahren. Spanische Medien berichteten am Abend von 13 Toten und zahlreichen Verletzten. Die Polizei in Barcelona geht von einem Terroranschlag aus. Das Motiv des oder der Täter war zunächst unklar. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot. Noch am Abend wurden nach Medienberichten zwei Verdächtige festgenommen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) reagierte noch am Donnerstagabend. "Ich bin tief erschüttert, dass es schon wieder einen entsetzlichen terroristischen Anschlag mit einem Fahrzeug gegeben hat. Noch wissen wir nicht, wie viele unschuldige Menschen sterben mussten oder mit dem Tod ringen. Aber es ist ein furchtbarer Schlag für die Menschen in Barcelona und für meine Kollegin, Bürgermeisterin Ada Colau. Ich spreche den Opfern und den Angehörigen mein tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aus", erklärte Müller in einem Statement.

Der Vorfall weckt schreckliche Erinnerungen an den Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember des vergangenen Jahres. Damals war der Tunesier Anis Amri mit einem Lkw, den er vorher in seine Gewalt gebracht hatte, in die Menschenmenge am dortigen Weihnachtsmarkt gefahren. Zwölf Menschen starben bei dem Anschlag, 67 wurden verletzt.

Amri, der wenige Tage danach auf der Flucht in einem Mailänder Vorort von einem Polizisten erschossen wurde, hatte Kontakte in die radikal-salafistische Szene und wurde von den Behörden in Nordrhein-Westfalen schon im Februar 2016 als „Gefährder“ eingestuft. Mitte Mai 2017 wurde bekannt, dass Amri möglicherweise bereits vor dem Anschlag hätte festgenommen werden können. Das Berliner Abgeordnetenhaus beschloss im Juli die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Ermittlungsvorgehen und zu möglichen Vertuschungsversuchen von Mitgliedern des Berliner Landeskriminalamtes (LKA).

Nach Anschlag auf Breitscheidplatz: 48 Stunden bis zur schrecklichen Gewissheit
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