Ausschreibung

Berlin sucht den Super-Toiletten-Betreiber

Der Vertrag mit der Werbefirma Wall läuft nach 25 Jahren aus. Nun soll sich eine neue Firma um die öffentlichen Anlagen kümmern.

Foto: picture alliance/ dpa

In der Toilettenlandschaft Berlins wird sich bald einiges ändern. Das verkündete der Senat am Dienstag. Seit 25 Jahren war ein Public-Private-Partnership-Modell in Kraft, das auf den ersten Blick recht merkwürdig wirkt. Die Werbefirma Wall ist in der Hauptstadt für das Betreiben der Mehrzahl der 252 Aborte zuständig. Im Gegenzug wird ihr gestattet, Werbetafeln aufzustellen.

"Bisher ist die Versorgung mit öffentlichen Toiletten vom Grad der Kommerzialisierung des öffentlichen Straßenlandes durch Werbeanlagen abhängig", doziert der Senat in einer Pressemitteilung. Unter anderem aus kartellrechtlichen Gründen wird der Vertrag nun nicht mehr verlängert.

Bezirksämter, Behindertenvertretungen und andere Verbände werden beteiligt

Bald soll also eine andere Firma den Lokus schrubben. Senatorin Regine Günther hat am Dienstag ein neues Konzept vorgestellt. Dies sieht unter anderem vor, bisher wenig genutzte Anlagen an prominentere Orte umzusiedeln. Zudem sollen fünf neue Toiletten hinzukommen. An der Wahl der neuen Standorte werden Bezirksämter, Behindertenvertretungen und andere Verbände beteiligt.

Für die neuen Toiletten in Berlin seien "Mindestanforderungen an die Sicherheit, die Ausstattung und Umweltfreundlichkeit, an Hygiene und Instandhaltung formuliert" worden, teilt der Senat mit. Die Gebühr von 50 Cent solle beibehalten werden, Menschen mit Behinderung sollen die Toiletten weiter kostenfrei nutzen dürfen. Auch für ausreichende Sicherheit, Ausstattung und Umweltfreundlichkeit, sowie für Hygiene und Instandhaltung müsse gesorgt werden.

Die Ausschreibung soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 nach dem Beschluss des Senats erfolgen. Der Betreiber soll bis Anfang 2018 gefunden werden.

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