Flughafen Tegel

Dobrindt hält den Weiterbetrieb von Tegel für notwendig

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Thomas Fülling
Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) halt die Investitionssumme von 1,1 Milliarden Euro für "nicht besonders beeindruckend"

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) halt die Investitionssumme von 1,1 Milliarden Euro für "nicht besonders beeindruckend"

Foto: REUTERS/ Axel Schmidt

Wegen steigender Fluggastzahlen überlegt der Verkehrsminister, den Flughafen Tegel auch nach der Eröffnung des BER offen zu halten.

Trotz eines möglichen Investitionsbedarfs in Milliardenhöhe hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Position bekräftigt, den Flughafen Tegel auch nach Eröffnung des neuen Hauptstadtairports BER offen zu halten. Die Entscheidung für einen Single-Airport sei vor 20 Jahren unter anderen Annahmen zum Fluggastaufkommen in Berlin getroffen worden. Inzwischen zeichne sich ab, dass es im Jahr 2025 eine Lücke von zehn Millionen Passagiere geben werde, die am BER nicht abgefertigt werden könnten. Alle politisch Verantwortlichen seien daher dringend aufgefordert, Überlegungen anzustellen, wie darauf zu reagieren ist. „Eine Überlegung davon ist, Tegel weiter offen zu halten“, sagte Dobrindt am Freitag in Berlin. Der Bund gehört neben den Ländern Berlin und Brandenburg zu den drei Eigentümern der Flughafengesellschaft FBB, die die bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld und künftig auch den BER betreibt. Dessen Inbetriebnahme steht allerdings weiter in den Sternen. Eine Eröffnung noch 2017 war zu Jahresbeginn abgesagt worden. Nun wird auf 2018 gehofft.

Große rechtliche Risiken durch Weiterbetrieb

Bislang lehnen die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg eine Änderung des Luftverkehrskonzeptes kategorisch ab, das eine Schließung von Tegel spätestens sechs Monate nach der BER-Eröffnung vorsieht. Sie begründen dies vor allem mit den großen rechtlichen Risiken, die ein Weiterbetrieb des City-Airports Tegels mit sich bringen würde. Verwiesen wird insbesondere darauf, dass Klagen gegen den stadtnah in Schönefeld gelegenen neuen Großflughafen von den Gerichten mit der Begründung abgewiesen wurden, dass im Vergleich zu Tegel deutlich weniger Menschen von Fluglärm belastet werden.

Dobrindt hält Investitionssumme für "nicht besonders beeindruckend"

Ein zweites, zuletzt stärker vorgetragenes Argument sind die hohen zusätzlichen finanziellen Belastungen. Nach einer in dieser Woche bekannt gewordenen Auflistung der FBB, sind für einen langjährigen Weiterbetrieb von Tegel Investitionen in Höhe von mindestens 1,1 Milliarden Euro in den mehr als 40 Jahre alten Airport erforderlich. Allein 565 Millionen Euro würden demnach benötigt, um die jahrelang vernachlässigten Terminals auf den heutigen Stand der Technik zu bringen. Bundesverkehrsminister Dobrindt hält die genannte Investitionssumme für „nicht besonders beeindruckend“. Es sei sinnvoll, dieses Geld zu investieren. Wer nicht wolle, dass Tegel offen bleibt, müsse andere Alternativen vorschlagen. „Als ich den Vorschlag von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich aufgegriffen habe, den Flughafen Leipzig/Halle als Ergänzung zum BER zu nutzen, gab es in Berlin den großen Aufschrei.“

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