Einbruch im Bodemuseum

Goldstaub nach Diebstahl der „Big Maple Leaf“ entdeckt

Ermittler befürchten, die „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum wurde zerlegt. Ein Tatverdächtiger ist nun wieder frei.

Das Bode-Museum (Archivbild)

Das Bode-Museum (Archivbild)

Foto: Paul Zinken / dpa

Vier Monate nach dem spektakulären Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum in Mitte wird immer wahrscheinlicher, dass die millionenschwere Beute zerlegt wurde. Es sei Goldstaub sichergestellt worden, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Beschlagnahmte Autos und Kleidung seien auf diese Spuren untersucht worden. Wegen des Goldabriebs werde davon ausgegangen, dass die kostbare Münze zerstört und in Stücken verkauft wurde.

Einer der vier Tatverdächtigen wurde am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen den 19-Jährigen gebe es keinen dringenden Tatverdacht mehr, gegen ihn werde aber weiter ermittelt, so die Sprecherin. Nach intensiven Ermittlungen gegen einen arabischstämmigen Clan waren am 12. Juni gegen vier Männer zwischen 18 und 20 Jahren Haftbefehle erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, sie gehe bei dem Diebstahl von einer organisierten Bandenstruktur aus.

Das Amtsgericht Tiergarten sehe derzeit kein bandenmäßiges Vorgehen, hieß es am Donnerstag. Zwei entsprechende Haftbefehle seien deshalb aufgehoben, zugleich aber neue wegen gemeinschaftlichen Diebstahls ausgestellt worden. Dies ist laut Sprecherin das Ergebnis von Haftprüfungen, die die Verteidiger der Verdächtigen beantragt hatten. Den vierten Haftprüfungstermin soll es in der nächsten Woche geben.

Alle vier Männer haben sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die drei, die weiter in U-Haft sind, wurden laut Angaben streng getrennt in der Berliner Jugendstrafanstalt untergebracht.

Der reine Goldwert der Münze beträgt rund 3,7 Millionen Euro

Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem Durchmesser von etwa 53 Zentimetern und einem reinen Goldwert von rund 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden. Die kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. und dem Namen „Big Maple Leaf“ war die Leihgabe eines Privatmanns. Sie wurde 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt.

Nach den Festnahmen hatte die Berliner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, sie gehe davon aus, dass die Täter aus einem organisierten Clan stammten. Die Ermittlungen richteten sich gegen neun weitere Personen aus dem Bereich des Clans, darunter auch Väter der Festgenommenen, hieß es damals. Einer der Verdächtigen soll ein früherer Museumsaufseher sein, der über Insiderkenntnisse verfügte.

Indes beklagt die Berliner Polizei eine unzureichende Zusammenarbeit mit dem Libanon im Kampf gegen kriminelle Großfamilien. Informationen seien oft schlecht oder kämen zu spät, sagte der Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität“ beim Landeskriminalamt, Dirk Jakob, am Donnerstag im RBB-Inforadio. Besonders, wenn die Quelle von Geldflüssen nach Deutschland untersucht werden soll, versickere die Spur relativ schnell.