Informationsangebot

Berlins Grüne fordern Online-Portal über die „Ehe für alle“

Die Grünen wollen Informationsangebote über die „Ehe für alle“ für Berliner schaffen. Es stehe ein Ansturm bevor.

Ab Herbst dürfen glei

Ab Herbst dürfen glei

Foto: DAVIDS/Darmer

Erst im Herbst soll die „Ehe für alle“ in Kraft treten, aber schon jetzt haben Berlins Heiratswillige viele Fragen: Was muss ich beantragen und wohin muss ich mich wenden? Wie wandele ich meine eingetragene Lebenspartnerschaft um? Muss ich dafür noch mal Gebühren zahlen? Und gibt es eine feierliche Zeremonie oder muss ich nur irgendwo unterschreiben?

Um hierfür Orientierung zu schaffen, schlagen die Grünen dem Senat die Einrichtung eines Online-Portals vor, das alle notwendigen Informationen bereitstellen soll. Auch das Bürgertelefon (115) solle sich in den nächsten Monaten auf entsprechende Anfragen vorbereiten können. „Die Berliner Verwaltung muss fit gemacht werden für den zu erwartenden Ansturm bei der ‚Ehe für alle‘“, sagen die Grünen-Abgeordneten Anja Kofbinger und Sebastian Walter. Die derzeitige Informationslücke für die queere Zielgruppe solle die Verwaltung so schnell wie möglich schließen, so die Forderung.

0,5 Prozent der Berliner leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft

In Berlin leben rund 17.000 Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, sie machen rund 0,5 Prozent der Bevölkerung aus. Die Grünen rechnen damit, dass die meisten davon schnell heiraten wollen. Mit dem Infoportal geht es der Partei auch darum, die ohnehin überlasteten Standesämter vor einem Sturm von Anfragen zu schützen. Wie berichtet, ist die Lage bei den Behörden in Mitte und Pankow besonders prekär. Der Senat beschloss zuletzt, dass die übrigen zehn Bezirke je einen Standesbeamten dorthin entsenden sollen. Auch sollen Beamte aus dem Ruhestand einspringen.

Die Innenverwaltung begrüßt die Idee eines Infoportals. Man wolle sich generell mit den Bezirken zusammensetzen und einen Leitfaden erarbeiten, sagt ein Sprecher.

Der Bundestag hatte die „Ehe für alle“, also die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule, aber etwa auch Transgender oder Intersexuelle, Ende Juni auf Antrag von SPD, Linken und Grünen beschlossen. Zuvor war Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überraschend vom klaren Nein der CDU in dieser Frage abgerückt. Die neue Regelung erlaubt diesem Teil der Bevölkerung künftig auch, Kinder zu adoptieren.

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