Prozesse

Tochter missbraucht und misshandelt: Vater gesteht

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Foto: dpa

Berlin (dpa/bb) – Ein 50-Jähriger, der seine Tochter missbraucht und mehrfach zum Schein stranguliert haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht gestanden. Er habe keine Erklärung für sein Verhalten, sagte der Angeklagte zu Prozessbeginn am Dienstag. Das Mädchen sei neun Jahre alt gewesen, als es erstmals nackt vor der Kamera posieren sollte. Bei den Übergriffen sei es ihm um sexualisierte Aufnahmen gegangen. Dem Vater, der damals ehrenamtlich mit Hortkindern arbeitete, werden 22 Taten von 2007 bis Mai 2012 zur Last gelegt.

Der 50-Jährige habe das Kind mehrfach "derart gewürgt, dass das Gesicht der Geschädigten vor Atemnot rot anlief und anschwoll", heißt es in der Anklage. In anderen Fällen habe er dem nackten Kind eine an der Zimmerdecke befestigte Schlinge um den Hals gelegt und fest zugezogen - "bis zur Atemnot". Der Vater habe seine Tochter zudem unter Pseudonym auf einem Internetportal kontaktiert und genötigt, sexistische und sadomasochistische Bilder von sich zu fertigen.

Der derzeit arbeitslose Angeklagte aus dem Stadtteil Hellersdorf sagte, als sich seine Frau von ihm trennte, habe er "völlig die Fassung verloren". Seiner Tochter habe er gesagt, dass er die Nacktaufnahmen benötige. Das Blut auf einigen Bildern sei nicht echt. Er habe Ketchup benutzt. Die kinderpornografischen Bilder habe er sich zum Lustgewinn angeschaut. Der Prozess geht am 21. Juli weiter.

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