Berlin

Bezirk und Bürger streiten um altes Betonwerk

Es klingt fast wie im Märchen: Ein sozial engagierter Investor hat das alte Betonwerk an der Grünauer Straße in Treptow-Köpenick erworben. Das will er nun gemeinsam mit den Berliner Bürgerplattformen zu einem bunten Stadtviertel mit 3000 Wohnungen entwickeln, in dem Menschen mit geringem Einkommen ein bezahlbares Zuhause finden. Doch das Vorhaben hat einen Haken: Das Bezirksamt besteht darauf, dass das Areal als Gewerbefläche erhalten bleibt.

Am heutige Freitag haben die Bürgerplattformen in das alte Betonwerk eingeladen, um die Kooperationsvereinbarung mit Eigentümer Antonio Samos zu unterzeichnen, ihre Vision für das Areal zu präsentieren und zugleich Abschied von Leo Penta zu feiern. Penta ist Gründer von "Organizing Schöneweide", Berlins erster und erfolgreichster Bürgerplattform und scheidender Professor für Gemeinwesenarbeit und -ökonomie an der Katholische Fachhochschule Berlin.

Einer wird bei der Feierstunde jedoch fehlen: Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD). Der sieht das Fest mit gemischten Gefühlen. "Ich habe große Sympathien für das Konzept, finde die Idee toll", sagte Hölmer der Berliner Morgenpost. Allerdings sei der Bezirk an den geltenden Flächennutzungsplan gebunden. Dieser sehe nun einmal eine gewerbliche Nutzung für das Areal vor. "Und das aus gutem Grund, denn wir brauchen auch Platz für das störende Gewerbe, da können wir nicht mittenrein Wohnungen bauen", sagt Hölmer. Susanne Sandler von der Bürgerplattform lässt das Argument nicht gelten. "In der Nachbarschaft entstehen auch Wohngebiete ", sagt sie. Hölmer verweist darauf, dass diese auf der anderen Uferseite der Dahme liegen. Den Bürgerplattformen macht er nun ein Angebot: "Planen Sie mit uns das Entwicklungsgebiet Köpenicker Güterbahnhof."

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