Al-Kuds-Demo

Hunderte gehen gegen Israelfeinde auf die Straße

Mit Transparenten wie „Kein Platz für Judenhass“ stellten sich Gegendemonstranten gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demo.

Protest gegen Israel-Feinde am Adenauerplatz

Protest gegen Israel-Feinde am Adenauerplatz

Foto: Martin Niewendick

Einige Hundert Menschen haben am Freitagnachmittag in Charlottenburg und Schöneberg gegen die alljährliche anti-israelische Al-Kuds-Demonstration radikaler Muslime protestiert. Erst gegen 16.30 Uhr setzte sich der Zug am Adenauerplatz in Bewegung. Geschätzt 250 Teilnehmer waren zur Al-Kuds-Demonstration gekommen. Angemeldet worden war die Demo für 2000 Teilnehmer. Im vergangenen Jahr kamen 800 Demonstranten. Zeitgleich waren drei Gegendemonstrationen angemeldet.

Noch bevor die Demonstration begann, beschlagnahmte die Polizei Plakate mit gewaltverherrlichenden Fotos. Viele Gegendemons­tranten trugen Transparente mit der Aufschrift „Kein Platz für Judenhass“. Auch Israel-Fahnen waren zu sehen. Unter den Gegendemonstranten waren Vertreter mehrerer Parteien und Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Strenge Auflagen für den Al-Kuds-Demonstrationszug

Die Al-Kuds-Demonstration führte vom Adenauerplatz über den Kudamm zum Wittenbergplatz. Viele trugen Palästina-Fahnen. In Sprechchören forderten sie "Free, free Palestine" und die Auflösung des Staates Israel. Auf Transparenten stand „Zionisten raus aus Israel“. Viele Demonstranten forderten auf Schildern auch den Boykott israelischer Waren. Viele Kritiker der Demonstration erinnern solche Forderungen an das „Kauft nicht bei Juden“ aus der Zeit des Nationalsozialismus.

In Berlin gab es wie bereits in früheren Jahren strenge Auflagen der Polizei für den Al-Kuds-Demonstrationszug. Fahnen und Symbole der terroristischen Hisbollah-Organisation waren verboten, ebenso antisemitische Parolen wie „Tod den Juden“.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck sagte bei einer der Gegendemos, vorgeschobener Anti-Zionismus sei nichts anderes als Antisemitismus. Die Veranstalter der Al-Kuds-Demo, hinter denen auch der iranische Staat stehe, stellten das Existenzrecht Israels in Frage. Das dürfe in der deutschen Demokratie nicht akzeptiert werden.

"Aggressiver, die Religion nur missbrauchender Extremismus"

Der Berliner CDU-Generalsekretär Stefan Evers erklärte: „Radikale und Extremisten, die das Existenzrecht Israels in Frage stellen, Hass schüren und den Boden für Gewalt säen, müssen und werden auf den entschlossenen Widerstand unserer Gesellschaft stoßen.“ FDP-Landesvize Friedrich Ohnesorge sagte auf dem Breitscheidplatz, Israel verteidige „auch unsere Freiheit und Werte gegen einen immer aggressiveren, die Religion nur missbrauchenden Extremismus“.

Am Al-Kuds-Tag, der an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekriegs 1967 erinnert, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. mit dpa

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