Konzerte und Musik

So verzaubert die "Fête de la Musique" wieder ganz Berlin

100.000 erwartete Gäste, 700 Musiker, 116 Locations: die "Fête de la Musique" bricht mit prallem Programm ihre eigenen Rekorde.

Sehnsüchtig erwartet: die diesjährige "Fête de la Musique"

Sehnsüchtig erwartet: die diesjährige "Fête de la Musique"

Foto: dpa Picture-Alliance / Emmanuele Contini / picture alliance / NurPhoto

Die Straßen und Plätze der Stadt werden wimmeln vor Menschen mit Gitarren, Trommeln, mannshohen Kontrabässen und Ähnlichem mehr: Am Mittwoch steigt die Fête de la Musique – die feine Art, in Berlin nach französischem Vorbild den Sommer zu begrüßen. Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain führen mit 25 und 28 Einträgen die Liste der Veranstaltungsorte an. Auch in den weniger szenigen Bezirken kann man heute umsonst und meistens draußen was erleben. Ab 16 Uhr ist Programm. Wer dann noch nicht genug hat, stürzt sich bei Anbruch der Nachtruhe ab 22 Uhr in 30 Lokalen und Hallen in die „Fête de la Nuit“.

Weit mehr Besucher erwartet als im Vorjahr

2017 ist Rekordjahr bei der Fête. Noch nie meldeten Teilnehmer in Berlin so viele Orte an. 116 Locations gibt es diesmal, 25 sind zum ersten Mal dabei. Zum Beispiel kann man im Berliner Dom sa­krale aber auch sehr weltliche Musik erleben. Im vergangenen Jahr, als die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wurde, waren 84.000 Besucher auf den Berliner Konzerten. In diesem Jahr erwartet man rund 100.000 Gäste.

Ziel der Stadtparty ist es, Musik in alle Bezirke zu tragen, auch jene abseits des touristischen Geschehens, und die ganze Breite musikalischer Genres aus Berlins Wohnzimmern und Übungsraumkellern zu holen, um ihnen Gehör zu verschaffen. 35 Prozent der Kosten werden von der öffentlichen Hand finanziert. Die restliche Summe entstammt Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Kosten entstehen etwa dadurch, dass für das Aufführen der Stücke, obwohl die Konzerte kostenlos sind, Lizenzgebühren für Verlage und Komponisten gezahlt werden müssen, die die Gema einzieht.

Das Programm der Fête de la Musique im Überblick

Das Programm für Reinickendorf
Das Programm für Charlottenburg-Wilmersdorf
Das Programm für Kreuzberg
Das Programm für Friedrichshain
Das Programm für Mitte
Das Programm für Marzahn-Hellersdorf
Das Programm für Neukölln
Das Programm für Pankow
Das Programm für Treptow-Köpenick
Das Programm für Tempelhof-Schöneberg
Das Programm für Steglitz-Zehlendorf
Das Programm für Spandau
Das Programm für Lichtenberg
Fête de la Nuit 2017 in Berlin - Programm & Standorte

700 Musiker und eine App für das Programm

Auch Künstler, die sich noch nirgendwo angemeldet haben, dürfen auf öffentlichen Plätzen spielen. Allerdings müssen sie sich an ein paar Regeln halten: Musiziert wird unplugged, also ohne Strom und Verstärker. Nicht willkommen sind die Musiker in der Nähe von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Gedenkstätten und – zumindest während der Unterrichtsstunden – von Schulen. Für das feste Programm haben sich 700 Musiker, Bands, Gruppen und Ensembles angesagt.

Bei so vielen Orten und Auftritten ist es schwer, den Überblick zu bekommen. Daher sollte man sich rechtzeitig die kostenlose „Fete App“ für iPhone und Android herunterladen. Die Berlinkarte mit allen Standorten gibt es bei fetedelamusique.de. Sie liegt zudem in 19 Berliner Plattenläden aus. Einen besonderen Service gibt es bei YouTube. Um zu erfahren, welche Band zu einem passt, kann man sich dort durch 172 Videos teilnehmender Musiker klicken.

Dies sind einige der interessantesten Konzerte:

Wittenau Im Norden Berlins können die Gäste bei hoffentlich warmen Temperaturen alle Varianten des Jazz genießen. Ab 16 Uhr gibt es Standards mit KellerJäzz. Danach treten Love ain’t just Yesterday auf, die Jazzballaden im Repertoire haben. Die folgenden Bands spielen bis 22 Uhr Fusion, Modern Jazz und Jazzfunk.

Landhaus Schupke, Alt-Wittenau 66

Prenzlauer Berg Im szenigen Prenzlauer Berg ist die Musik natürlich jung und tanzbar: Dort spielen Jameszoo, Grammy-Gewinner Thundercat und Cuthead, ab 21 Uhr ist US-DJ und Producer Flying Lotus da.

Mauerpark, Eberswalder Straße/Bernauer Straße

Mitte Unter dem Titel „Freude schöner Götterfunken“ singen ab 17.30 Uhr die Jungen des Staats- und Domchors Berlin. Um 21.15 Uhr bietet das Blechblasensemble Hauptstadtblech seinen Repertoiremix von Barock bis zu Filmmusiken.

Berliner Dom, Am Lustgarten

Friedenau An 19 Orten der Stadt gibt es Programm für und mit Kindern. Am Rathaus beispielsweise steht ab 16 Uhr das Klingende Museum mit seinem Klingenden Mobil und den Instrumenten zum Ausprobieren. Junge Combos wie Kermits Big Band vom Rückert- Gymnasium spielen Swing und Bossa Nova. Ab 21 Uhr gibt es Funk mit Beat ’n Blow.

Rathaus Friedenau, Breslauer Platz 1

Mariendorf Beim selbst gebrauten Bier kann man hier ab 16 Uhr viel Musik für harte Kerle hören, zum Beispiel Rock ’n’ Roll und Slackerrock mit Beachtown Exile, Blues und Garage von The Trained Monkeys und Indie/Psychedelia mit HYMMJ.

Stone Brewing Berlin, Im Marienpark 23

Lübars Sommerlich geht es zu wenn ab 17.30 Uhr die Editione Bella Italia italienische Klassiker spielt. Die Falschen Fuffziger spielen eine Stunde ­später Schlager. Ab 21 Uhr stehen Jazz4Five mit Swing und Jazz auf der Bühne.

Labsaal, Lübars Alt Lübars 8

Spandau Alternative Klänge, durchaus auch mal mit einem Gewicht auf akustischen Sounds, sind im Lutetia Biergarten zu hören. Indie-Folk spielen zu Beginn Luutzen um 16 Uhr. Singersongwriter Nick Evans tritt um 18 Uhr auf. Den Abschluss mit Akustikpop liefern Me and Meyer .

Lutetia Biergarten Kunstremisenplatz,
Jüdenstraße 10

Dahlem Hier werden Fans der Fab Four fündig: Um 18 Uhr intoniert der Berliner Beatles-Chor Come Together Titel der Band. Kontrastprogramm liefern ab 19.30 Uhr Trilemma Taraf mit Balkan-Sounds.

Garten vor dem Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25