Unterkünfte

Berliner Senat will 60 Modularbauten für Flüchtlinge bauen

Die Gebäude sollen später auch von anderen Gruppen genutzt werden. So soll "bezahlbarer Wohnraum für alle" geschaffen werden.

Elke Breitenbach die Linke im Abgeordnetenhaus Berliin

Elke Breitenbach die Linke im Abgeordnetenhaus Berliin

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Der Senat will in den kommenden Jahren weitere Flüchtlingsunterkünfte in modularer Bauweise (MUF) errichten. Bislang sind 32 dieser Häuser geplant, insgesamt sollen es 60 werden. Das teilte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Montag mit. Dagegen soll es bei den aktuell 23 fertiggestellten oder geplanten Containerquartieren bleiben.

Der ursprüngliche Senatsbeschluss aus der vergangenen Legislaturperiode sah noch 30 dieser "Tempohomes" vor. Dort war auch bereits von 60 MUF die Rede, zwischenzeitlich war aber unklar, ob diese auch tatsächlich alle gebaut werden. Breitenbach machte bei einer Veranstaltung der "Berliner Wirtschaftsgespräche" deutlich, dass sie die Modularbauten bevorzugt. Diese seien hochwertiger und langlebiger und ermöglichten einen problemlosen Umbau von einer Gemeinschaftsunterkunft zu Wohnungen oder seien von vornherein wie ein Wohnhaus konzipiert.

Gemeinsame Wohnen von Flüchtlingen, Studenten und Azubis

Wie berichtet, sollen die Modularbauten, von vielen als "neue Platte" tituliert, in einigen Jahren auch von anderen Gruppen wie etwa Studenten oder Wohnungslosen genutzt werden. "Wir wollen mit den Modularbauten sehr schnell bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen", so Breitenbach. Dabei sei auch möglich, unterschiedliche Gruppen in einem Haus unterzubringen. Die Sozialsenatorin denkt dabei aber eher an das gemeinsame Wohnen von Flüchtlingen, Studenten und Azubis.

Bei Wohnungslosen müsse genau darauf geachtet werden, ob das mit den anderen Bewohnern kompatibel ist. Obdachlose mit Suchtpro­blemen etwa könne man nicht mit Familien zusammenbringen. Die spätere Nutzung der Häuser durch andere Gruppen sei rechtlich möglich, auch wenn diese nach dem bundesweit geltenden erleichterten Baurecht für Flüchtlingsunterkünfte erstellt wurden.

Alle Akteure an einen Tisch

Breitenbach, die im Senat auch für Arbeit und Integration zuständig ist, sagte, es gebe in Berlin viele Ansätze, Geflüchteten den Zugang zu Ausbildung und Arbeit zu ermöglichen, diese müssten aber besser vernetzt und koordiniert werden. Dazu wolle sie alle Akteure an einen Tisch bringen und sich mit ihnen auch über Mindeststandards der Kompetenzerfassung und Berufsberatung verständigen.

Oft funktioniere die Kommunikation zwischen Unternehmen und Jobcentern nicht gut. Sie führe jetzt Branchengespräche, um den Unterstützungsbedarf besser einschätzen zu können, so Breitenbach. Die Senatorin sprach sich zudem für einen Mindestlohn von knapp zwölf Euro aus.

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