Nach tödlichem Unfall

Keine Strafe für Diplomaten? 90 Prozent dagegen

Ein Diplomat hatte in Neukölln einen Unfall mit tödlichem Ausgang verursacht. Sollte Immunität auch im Straßenverkehr gelten?

Der Fahrradfahrer war an der Hermannstraße gegen die Tür des Diplomatenautos geprallt

Der Fahrradfahrer war an der Hermannstraße gegen die Tür des Diplomatenautos geprallt

Foto: Thomas Peise

Auch fünf Tage nach dem Tod eines 55 Jahre alten Radfahrers in Neukölln schwelt die Diskussion um den Unfallverursacher weiter. Ein 51 Jahre alter Diplomat aus Saudi-Arabien hatte an der Hermannstraße Ecke Kienitzer Straße plötzlich die Tür seines Porsche Cayenne geöffnet. Der Radfahrer prallte ungebremst gegen die Tür, stürzte und erlitt schwere Verletzungen, denen er am vergangenen Mittwoch in einem Krankenhaus erlag.

Dem Unfallverursacher droht keine Strafverfolgung, weil er als Diplomat Immunität genießt. Das Auswärtige Amt hatte zunächst lediglich eine sogenannte "Verbalnote" an die Botschaft des Königreiches Saudi-Arabien gesandt, mit der Bitte um Stellungnahme zum Sachverhalt. Die Leitung der Botschaft sprach daraufhin den Angehörigen des Verstorbenen ihr Beileid aus. Weitere rechtliche Konsequenzen muss der Diplomat vorerst nicht fürchten.

Daraufhin wollte die Berliner Morgenpost von ihren Lesern wissen: "Sollten Diplomaten auch im Straßenverkehr Immunität genießen?" Das eindeutige Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage mit etwa 10.500 Teilnehmern: 89 Prozent antworteten mit Nein, sprachen sich also für eine Strafverfolgung von Verkehrssündern mit Diplomatenstatus aus.

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