Fakten statt Fakes

Lange Nacht der Wissenschaft

Die 17. Lange Nacht der Wissenschaft bietet Einblicke in sonst verschlossene Labore.

Wie Laserstrahlen Gehirne manipulieren und ob sich Nashörner im Reagenzglas züchten lassen, können Interessierte am übernächsten Sonnabend, dem 24. Juni, auf der Langen Nacht der Wissenschaft herausfinden. 71 Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstitute und wissenschaftsnahe Einrichtungen laden dann zu über 2000 Veranstaltungen an mehr als 100 Orten ein. Sie wollen damit ein Zeichen setzen: Gegen alternative Fakten – für Wissenschaft als Haltung.

Die Lange Nacht der Wissenschaft will in diesem Jahr zeigen, warum Forschen gerade in Zeiten des Populismus und der alternativen Faken wichtig ist. "Realitäten sind nicht so einfach und objektiv messbar, wie es sich manche wünschen. Eine schwarz-weiß Haltung ist per se wissenschaftsfeindlich", sagt Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin. Deswegen gehe es auf der Langen Nacht nicht um Oberflächeneffekte, sondern um klare Ergebnisse und Antworten. "Wir dürfen die Komplexität und Ambivalenz der Wissenschaft nicht verschleiern", sagt Alt.

Der Prozess ist so wichtig wie das Ergebnis

Stattdessen soll Wissenschaft als eine Haltung präsentiert werden. Das bedeutet: der Prozess ist genauso wichtig, wie das Ergebnis. Es gibt Widersprüche, unterschiedliche Interpretationen. Meinungen müssen geprüft, Urteile hinterfragt werden. "Wenn Besucher von den Veranstaltungen kommen, sollen sie nicht sagen: ,Ich weiß jetzt, wie's geht'. Sondern ,das war ein faszinierender Prozess, da ist noch viel zu tun, wie kann ich mich da wohl einbringen'", so wünscht sich das der FU-Präsident. Und hofft: Wer auf der Langen Nacht etwas lernt, wird anderen davon erzählen und so selbst einen Teil zur Aufklärung beitragen.

Die teilnehmenden Institutionen sehen sich als Brückenbauer zwischen Forschern und Bürgern. "Wir werden schauen, was man gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern, aber auch mit Unternehmen und Bürgern machen kann", sagt Odej Kao, Vorstandssprecher des Einstein Center Digital Future. An der Langen Nacht von 17 bis 24 Uhr beteiligen sich unter anderem auch die Technische Universität, das GeoForschungsZentrum, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und die Charité. Die vier großen Themenbereiche sind Geistes- und Naturwissenschaften, Medizin und Technik. Die Veranstaltungen richten sich an Kinder und Erwachsene, manche finden auf Englisch statt. Tickets kosten 14 Euro, ermäßigt neun Euro.

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