BVV-Antrag

Grüne wollen Fußgängerzone im Bergmannkiez einrichten

Wegen des zunehmenden Autoverkehrs sollen in der Zossener Straße nur noch Radfahrer, Busse und Lieferwagen erlaubt sein.

Viele Fußgänger, viele Autofahrer: der Bergmannkiez in Kreuzberg

Viele Fußgänger, viele Autofahrer: der Bergmannkiez in Kreuzberg

Foto: Buddy Bartelsen / impress picture - Buddy Bartelsen

Im Kreuzberger Bergmannkiez will jeder gern wohnen, es gibt schicke Restaurants, Geschäfte und die beliebte Marheineke Markthalle. Seit rund einem Jahrzehnt klagen die Anwohner aber über einen Verlust an Lebensqualität – wegen des Autoverkehrs. Um den stauträchtigen Mehringdamm zu meiden, nutzen immer mehr Pendler die Zossener Straße als Umfahrungsmöglichkeit.

In der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg will man sich des Themas jetzt annehmen. Die Grünen-Fraktion hat einen Antrag eingebracht, wonach die Zossener Straße zwischen Bergmann- und Gneisenau­straße zur Fußgängerzone werden soll. Allein Bus-, Rad- und Lieferverkehr soll gestattet sein. Gemeinsam mit Anwohnern und Gewerbetreibenden will man „die beste Lösung finden“.

Die Zossener Straße ist ein Lieblingsthema der Grünen. Zuletzt wurde beschlossen, die Parkplätze in Radstreifen umzuwandeln. Eine Fußgängerzone wäre noch mal ein radikalerer Einschnitt. Die Senatsverkehrsverwaltung, bei den immer wieder geäußerten Forderungen nach einer Sperrung bislang zurückhaltend, zeigt Signalbereitschaft.

FDP kritisiert Behinderung des Verkehrsflusses

Baustadtrat Florian Schmidt merkt an, dass der Bezirk eine Fußgängerzone rein rechtlich aber auch selbst anordnen dürfe. Man müsse jedoch sehr genau die verkehrliche Gesamtstrategie im Kiez analysieren. Bei Sperrungen würde sich der Verkehr erfahrungsgemäß auf andere Straßenabschnitte verlagern.

In der Berliner FDP halten sie die Idee für überflüssig. „Das ist für niemanden ein Gewinn und belastet nur wieder den Verkehrsfluss“, sagt der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe. Problematisch seien immer Lärmspitzen, die dann nicht durch Autos, sondern eben durch die Busse verursacht würden.

Auch in der angrenzenden Bergmannstraße soll sich einiges ändern. Mit der Einrichtung einer Begegnungszone werden zwei von drei Parkplätzen verschwinden und Tempo 20 eingeführt, im Gegenzug Sitzmodule aus Holz aufgestellt. Die einst für den Frühsommer angekündigte Testphase wurde jedoch auf nächstes Jahr verschoben.

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