Mariendorf

Geldbuße für 81-Jährigen nach tödlichem Unfall

Foto: Paul Glaser / Paul Glaser, Berlin x

Ein 81-Jähriger geriet mit dem Auto auf die Gegenspur und rammte ein anderes Auto. Dessen Fahrer starb.

Ein 81-jähriger Autofahrer, der in Berlin auf die Gegenspur geraten ist und einen tödlichen Zusammenstoß verursacht hat, bleibt straffrei. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten stellte das Verfahren am Montag gegen Zahlung von 3000 Euro ein. Der 26-jährige Fahrer, der bei dem Unfall am Heiligabend 2015 starb, sei erheblich zu schnell gefahren, begründete der Richter. Es sei von einem Mitverschulden des Opfers auszugehen. Zudem habe der 81-Jährige nach dem Unfall im Stadtteil Mariendorf freiwillig auf seine Fahrerlaubnis verzichtet.

Der Angeklagte war kurz vor Mitternacht mit seinem Auto unterwegs, als er auf die falsche Fahrbahn fuhr. Kurz darauf kam es zur Frontalkollision mit dem anderen Auto. Einem Gutachten zufolge hätte der 26-Jährige ausweichen können, wenn er sich an Tempo 50 gehalten hätte. Weil der junge Fahrer mit „mindestens 80 Stundenkilometern, eher 100“ unterwegs gewesen sei, habe er den Zusammenstoß nicht verhindern können.

Der 81-Jährige hatte zuvor erklärt: „Ich wähnte mich auf der richtigen Spur.“ Es sei dunkel und regnerisch gewesen. „Ich war 20 Jahre nicht in der Gegend und wusste, dass ich mich links halten muss, um in meiner Richtung zu bleiben.“ Plötzlich sei ein Auto aufgetaucht. „Es krachte wie aus heiterem Himmel.“ Den Tod des 26-Jährigen bedauere er zutiefst.


( dpa )