Tipps für Fleischfans

Das sind die besten Grillplätze in den Berliner Bezirken

Wo darf man grillen, welche Grills sind erlaubt, wo kaufe ich das Fleisch? Die Morgenpost mit Tipps für alle Hauptstadt-Griller.

Foto: LauriPatterson / Getty Images/iStockphoto

Sommer, das heißt Sonne und Grillfleisch. Kaum ein Hobby ist so beliebt: Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung grillen 83 Prozent der Deutschen mehrmals im Jahr, ein Viertel das ganze Jahr über. Auch wenn in diesem Jahr die langen Wochenenden in Berlin eher verregnet waren: Die Grillsaison hat gerade erst begonnen, und mit etwas Glück scheint auch am Wochenende häufiger die Sonne. Berlin hat eine Reihe öffentlicher Grillplätze, selbst auf dem Wasser kann man hier grillen, und manchmal sogar auf dem Balkon. Was ist erlaubt, wo kann man Grills, Kohle und Fleisch am besten einkaufen und wie hoch sind die Strafen für Wildgriller: Die Berliner Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Grillwurst.

Wo kann ich in Berlin grillen?

Grillen im Tiergarten ist Geschichte: Seit fünf Jahren ist es hier nun schon offiziell verboten, mit dem Grill anzurücken und unter freiem Himmel Fleisch zu braten. Manch ein Berliner denkt voller Nostalgie an die Zeit zurück, als der Geruch von Fleisch und Kohle noch durch den großen Park im Herzen der Stadt wehte. Doch es gibt immer noch genug Alternativen für all jene, die keinen Garten oder keine Laube haben. Erlaubt ist das Grillen in Berlin insgesamt in 15 öffentlichen Parks und Grünflächen. Bezirke, in denen es keine ausgewiesenen Flächen gibt, sind Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf.

Grillen in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg

In allen anderen gibt es mindestens eine Fläche, die Grillfreunden freigegeben ist. In Mitte zum Beispiel im Monbijoupark, in der Nähe der Oranienburger Straße. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat gleich drei Grillflächen. Im Volkspark Friedrichshain kann man beispielsweise auf dem Kleinen Bunkerberg grillen. Im Görlitzer Park gibt es zwei Grillflächen: Man darf hier auf den Wiesen gegenüber dem Kunststoffrasenplatz und auf dem Rodelberg im südöstlichen Teil des Parks seinen Rost aufstellen. Auch auf dem Blücherplatz, auf der Wiese zum Waterlooufer, ist das Grillen erlaubt.

Grillen in Pankow und Charlottenburg

In Pankow gibt es genau einen legalen Grillplatz: im Mauerpark in Prenzlauer Berg. Dort darf entlang der Schwedter Straße gegrillt werden, außer direkt am Spielplatz und im Birkenwäldchen. Grillbegeisterte in Charlottenburg können aus drei Möglichkeiten wählen: Eine ausgewiesene Fläche gibt es am Goslarer Ufer zwischen dem alten Gaswerk Charlottenburg und dem Verbindungskanal. Erlaubt ist es außerdem am Rudolf-Mosse-Platz (Mecklenburgische Straße) und im Preußenpark auf dem eingezäunten Areal neben dem Parkcafé.

Grillen auf dem Tempelhofer Feld

In Tempelhof-Schöneberg ist Grillen lediglich auf dem Tempelhofer Feld erlaubt. Die Fläche wird anders als die anderen nicht vom Bezirk, sondern von der Grün Berlin GmbH verwaltet. Aufseher sind hier relativ regelmäßig unterwegs und verweisen Besucher, wenn sie abseits der freigegebenen Flächen grillen. Es gibt drei ausgeschilderte Grillwiesen: In der Nähe der Sportplätze am Columbiadamm, in der Nähe des Eingangs Oderstraße/Leinestraße und in der Nähe des Eingangs am Tempelhofer Damm. Achtung: Einweggrills sind hier verboten, Grills sollten Beine von mindestens 20 Zentimetern haben, damit das Gras nicht beschädigt wird. Es gibt Mülltonnen aus Metall, in die man die abgelöschte Grillkohle kippen kann.

Grillen in Treptow-Köpenick und Lichtenberg

In Treptow-Köpenick kann man im Schlesischen Busch grillen (Am Flutgraben) sowie im Landschaftspark Johannisthal/Ostfuge (in der Nähe des Technologieparks Adlershof).

Lichtenberg hat vier Grillplätze: Im Stadtpark, dort liegt er in der Nähe der Sprühplatte), am Rudolf-Seiffert-Grünzug (Storkower Str./ Karl-Lade-Str.), im Fennpfuhlpark (südöstlich des Fennpfuhls) und An der Landmarke - Ahornallee (in Hohenschönhausen, erreichbar über den Hagenower Ring/Hechtgraben).

Was muss ich beim Grillen in Berlin beachten?

Es gibt einige Regeln, damit der Grill-Ausflug nicht teuer wird. Das Grillen an öffentlichen Orten ist überall da verboten, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Außerdem bedeutet Grillen, dass ein Grill benutzt werden muss, Lagerfeuer oder ähnliches sind verboten. Der Grill sollte selbst mitgebracht, das Feuer nicht auf dem Boden angezündet werden. Pflanzen, Bäume oder Mobiliar des Parks sind beim Verfeuern tabu. Auch sollte der Grill nicht in ihrer Nähe platziert werden, da Funkenflug trockenes Grün leicht in Brand setzt. Von Spiritus, Benzin oder ähnlichen Brennbeschleunigern ist abzusehen. Außerdem gilt: Alles, was nicht auf einen Teller passt, gehört auch nicht auf den Spieß. Das gilt für Hammel, Spanferkel oder andere Tiere im Komplettformat. Nach dem Grillen sollten Speisereste und Abfall getrennt zu Hause entsorgt werden. Füchse und Krähen freuen sich zwar über Müll, verstreuen ihn aber auch gerne kreuz und quer durch die Grünanlagen. Zu guter Letzt: Alles ist gründlich zu löschen, zum Beispiel (vorsichtig, wenn der Grill abgekühlt ist) mit einer mitgebrachten Flasche Wasser, noch besser mit Sand oder einer Löschdecke (siehe auch die Hinweise der Berliner Feuerwehr).

Und wenn der Park zu voll ist zum Grillen?

Dann können Grillfreunde in See stechen – zumindest auf dem Wannsee, dem Pichelssee oder Stößensee. Das Grillboot ist die Antwort für alle Brutzler mit Liebe zum Wasser. Die schwimmenden Grillplätze können an vielen Orten in der ganzen Stadt gemietet werden: Zum Beispiel An der Pohleseestraße 1 (Grill-Boot Berlin , ab 35 Euro/Stunde für bis zu zehn Personen), an der Greenwichpromenade auf Höhe der Minigolfanlage (BBQ-Donut, 35 Euro/Stunde für bis zu vier Personen) und der Hafenanlage Wannsee (direkt neben der BVG-Fähre F 10). Fleisch und Getränke können selbst mitgebracht werden. Im Preis enthalten sind für gewöhnlich Grill, Kohle und Besteck. Steuermänner erhalten vor Fahrtantritt noch eine kurze Einweisung, Kinder die Schwimmwesten. Welche Route das Grillboot entlang­schippert, bleibt der Gruppe überlassen. Ziel ist immer am Ausgangspunkt der Fahrt.

Gibt es Grill-Kontrollen in Parks?

Die Streifen des Allgemeinen Ordnungsdienstes besuchen Parks zu unregelmäßigen Zeiten, insbesondere an Wochenenden. Wer kein Bußgeld zahlen möchte, sollte es also dringend vermeiden, wild zu grillen.

Wie hoch sind die Bußgelder für wildes Grillen in Berlin?

Die Strafen sind saftig: Bei Verstößen entstehen Strafen zwischen 20 und 800 Euro, aber in besonders harten Fällen können Wildgriller, beispielsweise wenn sie Grillgruben ausheben oder anderweitig Sachschäden entstehen, auch Strafen von bis zu 5000 Euro kassieren. Bisher haben sich die Bußgeldbescheide in Berlins Bezirken allerdings in Grenzen gehalten. In Mitte waren es 2015 nur 21 und 2016 sogar nur 14 Bescheide.

Welche Grills sind beliebt?

Wenn es nur um den spontanen Grillspaß geht, sind Einweggrills (ca. fünf Euro) oder einfache Stand-Grillmodelle (ab 15 Euro) beliebt. Die gibt es zum Beispiel im Baumarkt, außerdem natürlich eine Reihe an Grills in der mittleren und hohen Preisklasse. "Seit zwei Jahren verkaufen wir mehr Gasgrills als Holzkohlegrills", sagt Florian Preuß, Pressesprecher bei Hornbach. "Vor allem in Ballungsräumen wie Berlin werden diese immer beliebter." Denn Gasgrills seien raucharm und somit auch für das Grillen auf dem Balkon geeignet. Der Markt wachse, sagt Preuß. "Auch riesige Outdoorküchen für mehrere Tausend Euro werden durchaus nachgefragt. Im vergangenen Jahr habe es einen Zuwachs von zwei Prozent auf dem Grillmarkt, insgesamt ein Handelsvolumen von 1,2 Milliarden Euro." Das beliebteste Gasgrill-Modell koste um die 400 Euro, der nachgefragteste Holzkohle-Grill 170 Euro. Insgesamt führe Hornbach über 200 Modelle, sagt Preuß.

Wo kaufe ich das Fleisch für das Grillen?

In Deutschland wandern immer noch vor allem Würstchen und Schweinenacken-Steaks auf den Grill, sagt Björn Fromm, Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg e. V., der selber zwei Edeka-Märkte führt. "Aber raffinierte Gemüsespieße und gefüllter Käse holen auf und werden immer beliebter." Außerdem gebe es in Berlin unter anderem aufgrund der vielen Migranten muslimischen Glaubens eine höhere Nachfrage nach Lamm und Rind als anderswo. "Zu 70 Prozent verkaufen wir Schwein, zu 25 Prozent Rind, und fünf Prozent entfallen auf Lammfleisch", sagt Fromm. Wem Qualität wichtig ist und bei dem der Preis eher keine Rolle spielt, der kauft beim Metzger oder im Bio-Laden. Wenn es kein Steak sein muss, findet man hier auch günstige Optionen, zum Beispiel hausgemachte Grillwürstchen oder Spieße. Auch im Supermarkt gibt es eine große Auswahl an hochwertigem Grillgut, besonders gut ist die Auswahl dort, wo es noch eine Fleischertheke gibt. Und selbst in vielen Discountern gibt es mittlerweile nicht nur konventionelles, sondern auch Bio-Fleisch zu kaufen.

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