Berlin

Polizei startet Kontrollen gegen Falschparker auf Radwegen

Mit Schwerpunktkontrollen will die Berliner Polizei kommende Woche gegen Autofahrer vorgehen, die auf Radwegen oder Busspuren parken.

An der Hauptstraße in Schöneberg werden Falschparker abgeschleppt

An der Hauptstraße in Schöneberg werden Falschparker abgeschleppt

Foto: Marion Hunger

Parkplätze in Berlin sind rar, der Kampf darum Alltag. Tausende Autofahrer stellen ihre Wagen deshalb auf Busspuren, Radwegen oder in zweiter Reihe ab, jeden Tag. 2016 registrierte die Polizei 31.639 Halt- und Parkverstöße auf Radwegen, 22.409 Falschparker auf Busspuren und sogar 55.900 Anzeigen wegen Parkens in zweiter Spur. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

Weil die Folgen besonders für Fahrradfahrer gravierend sein können, die dadurch gezwungen werden, in den fließenden Verkehr auszuweichen, will die Polizei in der kommenden Woche mit Schwerpunktkontrollen gegen diese Verkehrssünder vorgehen. Dafür wurden laut Polizei 200 Straßen ausgesucht, in denen Busspuren sowie Radwege und -schutzstreifen besonders häufig von Kraftfahrzeugen blockiert werden oder wo besonder häufig in zweiter Reihe geparkt wird. An der Aktion beteiligen sich die Ordnungsämter Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln sowie die BVG-Busspurbetreuer.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) begrüßt die Aktion: "Viele denken: Mal kurz in der zweiten Reihe parken oder auf der Busspur stehen, wenn der Bus gerade weg ist, wird doch nicht so schlimm sein" teilte er mit. "Ist es aber, weil es andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu Aktionen nötigt, die für sie gefährlich werden können. Und Radwege heißen nicht umsonst Radwege. Parkende Autos haben dort nichts verloren."

Tatsächlich empfinden viele Autofahrer ihren Verstoß als Kavaliersdelikt. Man haber ja nur mal schnell geparkt. Die Fahrer, so die Polizei, würden dabei aber nicht nur die Gefährdung der Fahrradfahrer, sondern auch die Verspätungen bei den BVG-Bussen billigend in Kauf nehmen.

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) hofft, dass die Kontrollen dazu führen, dass in Zukunft seltener verkehrswidrig geparkt werde. Günther: "Parken auf Radwegen oder in der zweiten Reihe kann Radfahrende gefährden, weil sie zu riskanten Ausweichmanövern gezwungen werden. Busspuren müssen freigehalten werden, damit die Fahrgäste pünktlich und zuverlässig an ihr Ziel gelangen. Im Interesse eines sicheren und möglichst reibungslosen Verkehrs sollten sich alle an die Verkehrsregeln halten."

Die Polizei will die Autofahrer während der Aktion in Gesprächen für die Folgen des rücksichtslosen Verhaltens sensibilisieren. Damit jedoch nicht genug. Verstöße würden konsequent mit Verwarnungsgeldern in Höhe von 10 bis 35 Euro geahndet. Sollte der Autofahrer nicht kurzfristig erscheinen, werde man die Fahrzeuge ebenso konsequent umsetzen. Die Gebühren dafür können sich auf bis zu 350 Euro belaufen.

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