Deutsch-Frz. Volksfest

Neustart fürs Berliner Volksfest - unter neuem Namen

Am 16. Juni startet der Berliner Volksfestsommer, wie das Deutsch-Französische Volksfest jetzt heißt.

 Neue Attraktion soll der Rock 'n' Roll Coaster werden, die größte mobile Familienachterbahn Europas mit Einzelwagen

Neue Attraktion soll der Rock 'n' Roll Coaster werden, die größte mobile Familienachterbahn Europas mit Einzelwagen

Foto: Schaustellerverband Berlin e.V. / BM

Volksfeste sind in Berlin schon lange kein Renner mehr. Die Schausteller haben auf dem Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm in Wedding in den vergangenen drei Jahren deshalb versucht, mit einem Schlagerdorf zu punkten. Der Erfolg war mäßig, die Besucherzahlen rückläufig. „Man kann nicht nur eine Richtung verfolgen, sondern muss sich möglichst breit aufstellen und auch das junge Publikum ansprechen“, skizziert deshalb Peter Müller, Vizechef des Schaustellerverbandes Berlin, die neue Richtung.

Zusammen mit Arnold Bergmann, Oliver Hartmann und Helmut Nitzsche organisiert Müller gerade das 55. Deutsch-Französische Volksfest, das am 16. Juni eröffnet wird und bei dem es etliche Neuerungen gibt. Beispielsweise, dass der Eintritt nicht mehr 2 Euro kostet, sondern frei ist. Und nach 54 Jahren geht das Fest, das mit den französischen Alliierten aus der Taufe gehoben und bis zu deren Abzug aus Berlin 1994 auch gemeinsam veranstaltet wurde, mit einem neuen Namen an den Start. Der „55. Berliner Volksfestsommer“ will während seiner rund vierwöchigen Dauer den Berlinern eine unterhaltsame, abwechslungsreiche Zeit bescheren.

Geisterbahn, Irrgarten, Geschicklichkeitsspiele

Dazu gibt es 60 bunt gemischte Angebote – Karussells, Spiel und Spaß, Unterhaltung und Geschicklichkeitsspiele – die das Projektteam organisiert hat. Geisterbahn, Irrgarten, die Rhönradschaukel „Looping the Loop“ für Sportbegeisterte sind nur einige Beispiele, was die Schausteller ihrem Publikum alles bieten wollen.

Kleinkinder können in Karussells fahren und fliegen: als Pilot steuern sie ihren „Jet“, wenn sie den Knüppel ziehen, geht’s nach oben; ähnlich wie im Autoscooter für Erwachsene können bei „Kiddy Cars“ schon Vier- bis Zehnjährige auf einer 16 Meter langen Bahn Autofahren lernen. „Elektrisch und mit Kurvenfahren und Wenden, damit die Ausbildung komplett ist“, so die Veranstalter.

Im Beach-Club schließlich manövrieren schon die Kleinsten batteriebetriebene Mini-Boote auf dem 18 mal zehn Meter großen künstlichen See umher, während die Eltern im Strandkorb entspannen können.

Schausteller haben Festplatz seit 17 Jahren gepachtet

Den Zentralen Festplatz hat der Schaustellerverband Berlin e. V. seit 17 Jahren gepachtet. Der Platz ist 75.000 Quadratmeter groß und liegt am Kurt-Schumacher-Damm 207 in Wedding. Früher nutzten ihn die Franzosen als Munitionslager, weshalb er auch von einem Wall umzingelt ist. „Das hat den Nachteil, das er nicht sichtbar ist, aber bei Wind ist er gut geschützt und er schirmt auch den Lärm ab“, berichtet Müller. „Und in der Gefahrensituation durch Terrorangriffe kommt uns dieser Schutz auch zugute. Es gibt nur einen Haupteingang, das Gelände ist umzäunt und gut zu sichern“, sagt Michael Roden, der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes.

Nach den Terrorangriffen in Berlin, Manchester und andernorts überlegten etliche Menschen, ob sie mit ihren Kindern solche Feste überhaupt noch besuchen könnten. „Dort auf dem Festplatz in Wedding können sie sich doch recht sicher fühlen. Wir sind da oben wie eine Insel“, sagt Roden.

Auch die Erwachsenen sollen ihren Spaß haben. Die 18 Meter hohe Familienachterbahn „Rock ’n’ Roll Coaster“ (ohne Looping) beispielsweise bringt ein Familienbetrieb aus Hannover nach Berlin, der gerade 50-jähriges Bestehen feiert. Es soll sich dabei um die größte mobile Familienachterbahn Europas mit Einzelwagen handeln. Die 20 Lastwagen, in denen sie verstaut ist, haben sich schon auf den Weg gemacht. „Das ist der Knaller“, freut sich Müller auf das Fahrgeschäft.

Mit der Wildwasserbahn in den „Poseidon-See“

Und auch die Wildwasserbahn, in der Mutige aus 16 Meter Höhe in den „Poseidon-See“ rutschen können, wird sicherlich ihre Fans finden, vor allem wenn das Wetter mitspielt. „Keine Angst, in der Wildwasserbahn bleibt man trocken, denn man sitzt in einem Baumstamm, und die Spritzer sind im Sommer sehr begehrt“, sagt Peter Müller. Sein Schwiegervater Hans Purwin hatte das Deutsch-Französische Volksfest 1962 mit ins Leben gerufen.

Aber das ist lange her, die Schausteller wollen nach vorn schauen, damit ihr Fest in Zukunft von mehr als 250.000 Gästen besucht wird. Beach-Club und Cocktail-Stände, Gourmet- und Partydorf: Auf der großen Showbühne wird mittwochs, freitags und am Wochenende Livemusik geboten, alle Richtungen: Rock, Pop, Schlager, Blues, Jazz und in Erinnerung an die französische Tradition auch Chansons. Das Double von Marius Müller-Westernhagen, „Andreas Marius Weitersagen“, wird am 16. Juni ab 18 Uhr mit seiner Band zur Eröffnung erwartet.

Vielfalt erwartet die Besucher auch beim Essen

Und auch bei den Essensbuden setzen die Organisatoren auf Vielfalt: Baguettes, Crêpes, Froschschenkel, französischer Käse und Flammkuchen werden um Currywurst sowie um im Holzofen frisch gebackenes Brot, das mit Herzhaftem wie Salami-Oliven-Peperoni oder Champignon-Käse gefüllt ist, bereichert.

Wer sich über das Volksfest informieren möchte, findet alle Informationen wie Öffnungszeiten, halbe Preise am Mittwoch, Feuerwerke an vier Sonnabenden oder den Facebooktag für Kinder am 7. Juli mit Vergünstigungen wie einmal zahlen, zweimal nutzen, unter: www.volksfest-berlin.de. Es gibt einen Parkplatz (4 Euro pro Tag). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Fest erreichbar mit der U7 bis Jakob-Kaiser-Platz und den Bussen X21, M21 und N21 sowie mit der U6 bis Kurt-Schumacher-Platz und den Bussen X21, M21, N21 und 128.