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Suche nach Täter

Hunde in Tegel vergiftet – 1000 Euro Belohnung ausgesetzt

Mehrere Hunde sind in Berlin vergiftet worden. Um den Täter zu fassen, hat die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung ausgesetzt.

Mo, 01.08.2016, 20.13 Uhr

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In den vergangenen zwei Wochen sind mindestens 14 Hunde bei Spaziergängen rund um den Tegeler See vergiftet worden - neun Hunde sind gestorben. Als konkrete Vergiftungsorte in Tegel wurden bisher die Parkanlage am Borsigdamm, Badestellen nahe der Neheimer Straße, die Badestelle am Forsthaus, das Gebiet um das Strandbad Tegel und das Ufergebiet der Malche bekannt.

Die Obduktion zweier Hunde ergab, dass die Tiere eindeutig vergiftet wurden. Da es jedoch keine Anzeichen für eine Verunreinigung des Wassers gab, vermutet das Bezirksamt illegal ausgelegte Köder. Keiner der betroffenen Hundebesitzer beobachtete allerdings dass die Tiere einen „klassischen“ Giftköder gefressen hätten. Möglicherweise handelt es sich um ein aufgesprühtes Gift.

Hinweise werden auch anonym entgegen genommen

Die Polizei ermittelt zu den Vorfällen. Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation Peta nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Ermittlung führen. Zeugen können sich unter der Telefonnummer 01520 7373341 oder per E-Mail bei Peta melden – auch anonym.

„Der Tierquäler muss schnellstmöglich gefasst werden, damit Vierbeiner wieder sorglos am Tegeler See spazieren geführt werden können“, sagte Peta-Sprecherin Judith Pein. Sie rät Hundehaltern, für den Notfall Adressen von Tierärzten griffbereit bereit zu haben. „Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass Gift nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch besonders für Kinder lebensbedrohlich sein kann“, so Pein.

Bei Gift-Verdacht sofort zum Tierarzt

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gefressen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen sollte der Weg sofort zum Tierarzt führen – denn Gift wirkt schnell.

Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

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